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Sich kämmendes Mädchen

Ident. Nr.: B III 138

ObjID: obj:966736

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Walter Arnold (1909 - 1979),
Künstler*in
Datierung
1947
Weitere Titel
Sammlungstitel: Sich kämmendes Mädchen
Übersetzung: Girl Combing Her Hair
Material / Technik
Terrakotta
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 38,5 x 13 x 20,5 cm
Erwerbung
1972 Ankauf vom Künstler, Dresden

Objektbeschreibung

Holz war das bevorzugte Material Arnolds in seiner frühen Schaffensphase in den 1930er- und 1940er-Jahren. Dann trat vermehrt Brennton (Terrakotta) in den Vordergrund. Diesen nutzte er insbesondere für die plastische Vorarbeit für seine Bronzen; „Sich Kämmendes Mädchen“ kann aber auch als in sich vollendetes Werk gesehen werden. Arnold stellte auch hiervon einen Bronzeabguss her, der sich in der Sammlung des Kunstmuseums Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg befindet. In seinen frühen Terrakotten scheint er von seinem Interesse an Tanagra-Figuren beeinflusst zu sein. Das Studium dieser antiken griechischen, aus Terrakotta geformten Frauenfiguren, die sich oftmals sitzend alltäglichen Tätigkeiten widmen, spiegelt sich in der Darstellung und Modellierung der vorliegenden Plastik wider: Eine weibliche Figur sitzt mit übereinandergeschlagenen Beinen bedächtig auf einem Hocker und hält mit der einen Hand ihre langen Haare, während die andere den Kamm auf ihrem Schoß umfasst. Das Einfangen einer flüchtigen, alltäglichen Situation oder Stimmung unter Berücksichtigung realistischer Proportionen sollte zu einem Charakteristikum der Bildhauerei Arnolds werden. | Jill Praus

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz