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Blumenstillleben

Ident. Nr.: A III 585

ObjID: obj:966770

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Bernhard Peppinghege (1893 - 1966),
Künstler*in
Datierung
um 1920-1935
Weitere Titel
Sammlungstitel: Blumenstillleben
Übersetzung: Still Life with Flowers
Provenienz
Kauf: Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, Berlin,
nach 1931 - 1939
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 70 x 53 cm
Erwerbung
1939 vom Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung als Werk der "Verfalls- und Judenkunst" der Nationalgalerie zur Verwahrung übergeben

Objektbeschreibung

Peppinghege studierte nach verschiedenen Ausbildungsschritten von 1926 bis 1928 bei Karl Hofer an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin. 1927 gewährte ihm der preußische Kultusminister die Erlaubnis zur Gründung einer staatlich anerkannten Malschule. Peppinghege eröffnete sie in seiner Heimatstadt Münster. 1919/1920 war er hier Mitbegründer der Freien Künstlergemeinschaft Schanze gewesen. Vermutlich aus deren Jubiläumsausstellung 1930 erwarb das preußische Kultusministerium dieses Blumenstillleben: einen unkonventionell erfassten, in dünnem Farbauftrag skizzierend wiedergegebenen Frühlingsstrauß in einer Deckelkanne aus weißer Emaille – eine nachvollziehbare Wahl. Als Ankauf einer Behörde der Weimarer Republik wurde das Werk jedoch 1939 gleich anderen, meist ebenso harmlosen Bildern – etwa Adolf Strübes „Märkische Landschaft“ (A III 889) –, mit denen das nun nationalsozialistisch umgebildete, auch umbenannte Ministerium ausgestattet gewesen war, als „Verfallskunst“ der Nationalgalerie zur Magazinierung überwiesen (SMB-ZA, I/NG 949, Bl. 258–261). Dabei gehörten Peppinghege und Strübe nicht eigentlich zu den verfemten Malern. Die Künstlergemeinschaft Schanze war nach 1933 kaum Repressalien ausgesetzt. Von 1939 bis 1945 fungierte Peppinghege als deren Kanzler. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson