Logo

Römisches Mädchen

Ident. Nr.: B III 278

ObjID: obj:966893

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Fritz Cremer (1906 - 1993),
Künstler*in
Datierung
1942 (Guss 1980-er Jahre)
Weitere Titel
Sammlungstitel: Römisches Mädchen
Übersetzung: Roman Girl
Geografische Bezüge
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1988
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 43,5 x 13 x 9,5 cm
Erwerbung
1988 Ankauf vom Künstler, Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Der Große Staatspreis der Preußischen Akademie der Künste, den Cremer 1937 erhalten hatte, war mit einem Stipendienaufenthalt in der römischen Villa Massimo verbunden. Nach seiner Rückkehr arbeitete der Bildhauer von 1938 bis 1940 in einem Meisteratelier an der Berliner Akademie. 1940 wurde er zum Militärdienst eingezogen, den er in Griechenland absolvierte. Der erneuten Auszeichnung mit einem Rom-Stipendium 1942 folgte im Jahr darauf die Freistellung vom Wehrmachtsdienst für ein Dreivierteljahr. Diese Chronologie lässt zwar vermuten, dass Cremer das „Römische Mädchen“ 1943 in Rom geschaffen habe, er selbst datierte es jedoch auf 1942 (Akademie der Künste, Berlin, Fritz-Cremer-Archiv, Nr. 222). In der früheren Fassung in Gips (Standort unbekannt) hatte es noch beide Arme, die aber beschädigt wurden; daraufhin ließ der Künstler das Fragment in Bronze gießen. In einem Brief beschrieb er die Dargestellte als „stilles, sanftes“ Mädchen von 14 Jahren (ebd.). Die schmalen Hüften und kleinen Brüste kennzeichnen das Mädchen als noch sehr kindlich. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson