Trümmerfrauen
Ident. Nr.: A IV 542
ObjID: obj:966921
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1946
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: TrümmerfrauenÜbersetzung: Rubble Women
- Provenienz
- Nachlass/Vermächtnis: Sohn des Künstlers, Berlin (West),
wahrscheinlich 1975 - 1985Kauf: Staatlicher Kunsthandel der DDR, Generaldirektion,
1985–1986 - Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 200 x 100 cm
- Erwerbung
- 1985 Ankauf aus dem Nachlass des Künstlers vom Staatlichen Kunsthandel aus Mitteln des Kulturfonds der DDR
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/966921
Objektbeschreibung
Die schiere Dimension des Bildes beeindruckt. Überlebensgroß und skulptural erscheinen die Frauen, wie in Stein gehauen, den Blick von den Betrachtenden abgewandt, inmitten einer zerstörten Stadt. Aufrecht und furchtlos die jungen, die auch das Leid des Krieges kennen, gezeichnet und voller Trauer die Alte im Schatten als Stellvertreterin einer Generation, die fast alles verloren hat. Immerhin bietet das Bild die Lesart der Gruppe als Familie an, denn die sitzende Frau ist der zentralen Figur wie aus dem Gesicht geschnitten. Dann wäre sie die Großmutter des Kindes, das, rosa und blond leuchtend, engelsgleich Zuversicht und Hoffnung ausstrahlt. Die Mutter, die sich schützend vor ihr Kind stellt, vermittelt Ruhe, aber auch Stärke: Ist es ein Werkzeug oder eine Waffe, was sie in der Hand hält? Eine hochgewachsene und anmutige Frauenfigur, mit clever gesetztem Lichteinfall inszeniert, komplettiert das Ensemble, das zwischen einem expressiven und magischen Realismus changiert, wozu die antik anmutenden Gewänder, die kontrastreiche Farbigkeit und Hell-Dunkeleffekte beitragen. Neben den Verbrechen des NS-Staates setzte sich Strempel immer wieder mit der Gegenwart auseinander, wie etwa bei dem Gemälde „Das Warten“ (Jahr?, Staatliche Kunstsammlungen Dresden), das ebenfalls Frauen im Nachkriegsalltag zeigt. „Trümmerfrauen“ ist nicht bezeichnet, stammt aber von Strempel, aus dessen West-Berliner Nachlass es 1985 für die Nationalgalerie (Ost) erworben wurde. | Sven Haase
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
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