Gemüsestillleben
Ident. Nr.: A IV 70
ObjID: obj:966923
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1950
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: GemüsestilllebenÜbersetzung: Still Life with Vegetables
- Provenienz
- Erwerbungsart ungeklärt: Ministerium für Kultur der DDR,
spätestens 1956 - 1965Verwahrung: Nationalgalerie,
1956 - 1965 - Material / Technik
- Öl und Tempera auf Sperrholz
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 60 x 74,5 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/966923
Objektbeschreibung
Das für Lachnit ungewöhnliche Stillleben war wohl zuerst im Juni 1954 auf der „Gebietsausstellung Dresdener Künstler“ zu sehen. Fritz Löffler notierte in seiner Rezension: „Seit längerer Zeit zum ersten Male wieder sehen wir Arbeiten von W. Lachnit. […] In einem farbenfreudigen Gemüsestilleben befreit er sich von all den Sorgen, die die Komposition ihm bereitet.“ (zit. nach Wilhelm Lachnit, Ausst.-Kat., Dresden, 2012, S. 153) Doch bereiteten die bedachtsam arrangierten Kompositionen Lachnit keine Sorgen, sie brachten ihm allerdings Ärger ein. Seit Anfang Januar 1953 war Rudolf Bergander Rektor der Hochschule für Bildende Künste in Dresden und in der Folge verschärften sich die kunstfeindlichen Debatten um den sogenannten Formalismus. Lachnit wurde genötigt, um Beurlaubung vom Lehrbetrieb zu ersuchen. Sein Beitrag für die „Dritte Deutsche Kunstausstellung“ 1953 wurde ausjuriert. Auf der Ausstellung im Juni 1954, zusammengestellt von seinem Freund Karl Kröner, waren aber zwei Arbeiten von ihm zu sehen. Lachnit malte bevorzugt Menschen, selbst in Stillleben sind häufig Büsten, Puppen, selbst Personen integriert; Landschaften entstanden kaum. Aber auch bei diesem reinen Gemüsebild konnte er seinen gestalterischen Ideen folgen. Das Gemüse, weiß-grüner Porree und rote Möhren zumeist, ragt in verschiedene Richtungen, der Tisch steht übereck, die rötliche Tischplatte erscheint wie hochgestellt und erlaubt eine Draufsicht. Es ging Lachnit, wie so oft, um die Ambivalenz von Fläche, Körper und Raum sowie um das spannungsvolle Zueinander der Farben. Und so erhielt die wunderbar blaue Wandfläche malerisch die gleiche Bedeutung wie das Gemüse. | Angelika Wesenberg
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
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