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Stehendes Mädchen mit Tuch (Pariserin)

Ident. Nr.: B I 574

ObjID: obj:966968

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Emy Roeder (1890 - 1971),
Künstler*in
Datierung
1934
Weitere Titel
Sammlungstitel: Stehendes Mädchen mit Tuch (Pariserin)
Übersetzung: Standing Girl with Cloth (Parisian)
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 39,5 x 9 x 7,5 cm
Erwerbung
1935 Ankauf von der Galerie Nierendorf, Berlin

Objektbeschreibung

Inspiriert von ihren Aufenthalten in der französischen Hauptstadt (1926, 1931 und 1933/1934) schuf Roeder 1934 die Figur „Stehendes Mädchen mit Tuch (Pariserin)“. Die kräftig gebaute, nackt dargestellte junge Frau ist stark stilisiert und mit markanten, an die gemalten Figuren Amedeo Modiglianis erinnernden Gesichtszügen ausgestattet, die noch deutlicher in der der Skulptur vorausgegangenen Zeichnung zutage treten (Studie zur „Pariserin“, 1933; Museum im Kulturspeicher, Würzburg). Schützend hat sie den rechten Arm über die nackten Brüste gelegt, mit der linken Hand hält sie ein Tuch, das ihre Scham jedoch nur unzureichend bedeckt. Mit leicht geneigtem Kopf steht sie nahezu regungslos auf ihrer Plinthe, nur der linke Fuß reicht keck über diese hinaus. Roeder zeigte die Skulptur zusammen mit einigen anderen in Paris entstandenen Plastiken 1935 in der Berliner Galerie Nierendorf. Es wurde die vorerst letzte Ausstellung der Künstlerin in Deutschland: 1936 trat sie ein Stipendium an der Villa Romana in Florenz an und sollte, nicht zuletzt beunruhigt durch die politische Situation und die Aktion „Entartete Kunst“, der auch ihre Plastik „Schwangere“ (1919, heute Fragment; Museum für Vor- und Frühgeschichte, Berlin) zum Opfer fiel, bis 1949 nicht nach Deutschland zurückkehren. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson