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Weideninsel

Ident. Nr.: A II 662

ObjID: obj:966991

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Friedrich Ahlers-Hestermann (1883 - 1973),
Künstler*in
Datierung
1924
Weitere Titel
Sammlungstitel: Weideninsel
Übersetzung: Island with Willows
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1926
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 56 x 71 cm
Erwerbung
1926 Ankauf vom Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung auf der Herbstausstellung der Berliner Secession für die Nationalgalerie

Objektbeschreibung

Ahlers-Hestermann, der vor dem Ersten Weltkrieg mehrfach zu Studienaufenthalten in Paris geweilt hatte – er gehörte dort dem deutschen Künstlerkreis im Café du Dôme an –, setzte sich bewusst verschiedenen Einflüssen aus. 1919 nannte ihn der Kunstkritiker Karl Scheffler einen „aktiven Eklektiker. Er liebt offenbar Renoir, den Großmeister schöner Malerei, aber er berührt sich auch mit Henri Rousseau, und leise sogar mit dem Kubismus, er weiß Matisse zu schätzen“ (Karl Scheffler, Friedrich Ahlers-Hestermann, in: Kunst und Künstler, 18. Jg. [1919/1920], S. 146). Die „Weideninsel“ erinnert in ihrer pastelligen Farbigkeit und Weichheit der Formen am ehesten an Auguste Renoir. Malerische Situationen an Flüssen spielten im Werk Ahlers-Hestermanns lebenslang eine Rolle, er gab die Alster, die Seine, die Lahn wieder. Den Sommer 1924 verbrachte der Hamburger ebenso wie Karl Hofer und andere Künstler im Tessin. Auf dem Weg dorthin malte er im schwäbischen Harburg an der oberen Donau diese schmale, mit Weiden bestandene Insel in dem die Stadt durchquerenden Flüsschen Wörnitz. Es gibt keine Staffagefiguren wie sonst oft in Landschaftsgemälden, nur das Beieinander der verschiedenen Grüntöne der Bäume und das Blau-Weiß des Himmels, gespiegelt im Wasser. Der gelbe Streifen des Gebäudes links und die altrosa Fläche im Vordergrund verleihen der Komposition Festigkeit und dem Grün-Blau einen Kontrast. Die beiden hinter den Bäumen aufscheinenden weißen Häuser und das rote Dach rechts erkennt man erst auf den zweiten Blick, es sind Farbflecken im Bildgefüge. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson