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Spaziergang am Niederrhein

Ident. Nr.: A II 504

ObjID: obj:967022

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Theo Champion (1887 - 1952),
Künstler*in
Datierung
1925
Weitere Titel
Sammlungstitel: Spaziergang am Niederrhein
Übersetzung: Stroll at the Lower Rhine
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 54,5 x 41 cm
Erwerbung
1926 Ankauf vom Künstler über die Galerie Flechtheim, Berlin

Objektbeschreibung

Insgesamt nur drei Jahre verbrachte Champion an Kunsthochschulen, zuerst in Düsseldorf, danach von 1907 bis 1909 in Weimar, „wo alle à la Signac, Seurat oder Claude Monet pointillierten“ (Theo Champion, 1887–1952. Gemälde und Graphik, Ausst.-Kat., Düsseldorf/ Kleve, 1987, S. 8). Während einer Reise nach Paris 1911 studierte er insbesondere die Werke Vincent van Goghs. Dessen Einfluss ist in Champions frühem Œuvre unübersehbar. 1919 gehörte der Künstler zu den Gründungsmitgliedern der Gruppe Das Junge Rheinland. In dieser Zeit schwand der impressionistische Einfluss auf seine Kunst. Champion fand zu seinem endgültigen Stil, der sich durch einen glatten, flächigen Farbauftrag, gedämpfte Tonalität und klare Umrisse auszeichnet. Die Ansichten vom Niederrhein wurden zum zentralen Thema seiner künstlerischen Arbeiten. Abgesehen von den Landschaften der 1930er-Jahre, die eng mit der Neuromantik verbunden sind, handelt es sich hierbei zumeist um Stadtlandschaften oder solche, in denen die Zivilisation durch ihre gestalteten Eingriffe wie angelegte Wege oder Alleen immer sichtbar bleibt. Champion arbeitete zumeist im Freien, „dann erübrigt es sich, nach Studien zu malen […]. Draußen malen heißt improvisieren, d. h. ich bekomme Ideen durch das wechselnde Leben“ (ebd., S. 13). Dennoch unterliegen seine Landschaften stets einer strengen Komposition, und der statische Aufbau vermittelt wenig von der erwähnten Improvisation. Vielmehr strahlen all seine Werke eine große Ruhe aus. | Katharina Wippermann

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson