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Marienveste bei Würzburg

Ident. Nr.: A II 707

ObjID: obj:967049

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Erich Heckel (1883 - 1970),
Künstler*in
Datierung
1927
Weitere Titel
Sammlungstitel: Marienveste bei Würzburg
Übersetzung: Marienberg Fortress at Würzburg
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1930
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 96 x 119,5 cm
Erwerbung
1930 Ankauf vom Künstler im Tausch gegen "Gebirgslandschaft" (Großgebirge II)

Objektbeschreibung

Heckel unternahm 1927 eine Reise durch Franken, entlang an Neckar und Main, und verbrachte mehrere Wochen in Würzburg, wo er die Künstlerin Gertraud Rostosky besuchte. Diese führte in ihrem Gutshof „Neue Welt“, der auf Heckels Gemälde rechts im Vordergrund zu erkennen ist, ein offenes Haus für Künstler und Literaten, zu denen unter anderem Alfred Kubin, Willi Geiger oder Otto Modersohn gehörten. „Marienveste in Würzburg“ zählt zu einer ganzen Reihe von Stadtansichten, die Heckel auf seinen Reisen durch Europa schuf. Typisch für seine Malweise ab Mitte der 1920er-Jahre ist die scheinbare Rückkehr zu einer naturalistischen Oberflächenbeschreibung – die Farben entsprechen der gesehenen Wirklichkeit und die Perspektive beschreibt räumliche Zusammenhänge und Volumina. Das ist bisher häufig als Übernahme der Stilprinzipien der Neuen Sachlichkeit verstanden worden (vgl. Janina Dahlmanns, Erich Heckels Werk der Zwischenkriegsjahre 1919-1937, Hamburg 2016, S. 223-241). Beim genaueren Hinsehen jedoch lassen sich zahlreiche kleine Unstimmigkeiten bemerken, die der Künstler bewusst eingesetzt hat. So vereint die dynamisch bewegte Landschaft verschiedene Blickpunkte, was einen irrealen Flug über eine Szenerie hinweg ermöglicht. Heckels Interesse galt der Darstellung der Stadt nicht als topografisch genauem Abbild, sondern als Bestandteil eines räumlichen und landschaftlichen Zusammenhangs. | Janina Dahlmanns

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson