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Leichtkomposition

Ident. Nr.: NG 2/90

ObjID: obj:967173

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Carl Buchheister (1890 - 1964),
Künstler*in
Datierung
1925
Weitere Titel
Sammlungstitel: Leichtkomposition
Übersetzung: Light Composition
Provenienz
Nachlass/Vermächtnis: Elisabeth Buchheister,
1964–1990
Material / Technik
Öl auf Papier auf Pappe
Abmessungen
Höhe x Breite: 60 x 50 cm
Erwerbung
1990 Vermächtnis Elisabeth Buchheister, der Witwe des Künstlers

Objektbeschreibung

Erst nach einer kaufmännischen Ausbildung konnte Buchheister seinen Vater 1913 davon überzeugen, ihn an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums in Berlin studieren zu lassen. Doch seine Zeit dort währte nur kurz, der Erste Weltkrieg machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Ohne sein Studium zu beenden, lebte er nach dem Krieg als freier (zunächst gegenständlicher) Maler in seiner Geburtsstadt Hannover. Durch seine Begegnung mit Kurt Schwitters und Wassily Kandinsky Anfang der 1920er-Jahre wandte sich Buchheister der konstruktivistischen Kunst zu. Eine der Arbeiten aus dieser Zeit ist die „Leichtkomposition“, ein in hellen, pastelligen, teils transparent aufgetragenen Farben gestaltetes Bild aus architektonischen Elementen, Rechtecken und Kreisen. Auf dem weißen Untergrund verteilen sich die einzelnen Elemente in einer rhythmischen, spielerischen Komposition. Buchheister stellte 1926 erstmals in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm in Berlin aus, ein Jahr später gründete er zusammen mit Kurt Schwitters, Rudolf Jahns, Hans Nitschke und Friedrich Vordemberge-Gildewart die Künstlergruppe „die abstrakten hannover“. Mit diesem Zusammenschluss erhofften sich die Künstler eine größere Reichweite und Akzeptanz der abstrakten Kunst und vor allem mehr Käufer. Die Gruppe bestand bis in die 1930er-Jahre, bis die Nationalsozialisten ihr Engagement erstickten und sich die Vereinigung 1935 offiziell auflöste. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson