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Ackerstraße

Ident. Nr.: NG 10/72

ObjID: obj:967182

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Werner Heldt (1904 - 1954),
Künstler*in
Datierung
um 1920
Weitere Titel
Sammlungstitel: Ackerstraße
Übersetzung: Acker Street
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1954
Nachlass/Vermächtnis: Kurt Heldt, Hannover,
1954–1972
Material / Technik
Öl auf Pappe
Abmessungen
Höhe x Breite: 26 x 20 cm
Erwerbung
1972 Geschenk vom Bruder des Künstlers, Kurt Heldt, Hannover

Objektbeschreibung

Heldt, der als Maler elegischer Ansichten menschenleerer Straßen bekannt geworden ist, hat seine ersten Werke, noch als Schüler, mit Bezug auf Berliner Bildtraditionen geschaffen. Sie zeigen meist skurrile, illustrativ-stilisierte Szenen des sogenannten Alt-Berliner Lebens. Für den als Sohn eines Pfarrers der Parochialkirche im ältesten Viertel der Stadt aufgewachsenen Künstler wandelte sich zwar das Verhältnis zu den Eindrücken, die er als Jugendlicher beim Herumstreifen durch die Straßen und Gassen empfangen hatte, in den folgenden Jahrzehnten, trotzdem blieben diese immer gleich lebendig. Seine ersten Motive fand Heldt wiedererkennbar im Umkreis der elterlichen Wohnung in der Klosterstraße. Das früheste der überlieferten Werke, „Ackerstraße“ (NG 10/72), zeigt einen beleibten Müßiggänger, dem hinter der Hausecke ein Ganove auflauert. Zwar verweist das Straßenschild auf die damals verrufene Rosenthaler Vorstadt mit der Ackerstraße, aber diese ist nicht dargestellt: In der Ferne sieht man die Doppelturmfassade der Nikolaikirche und den Turm des Roten Rathauses. Ein anderes der Jugendbilder, die „Ballszene“ (NG 11/72), gibt einen sich exponierenden Sänger im Frack inmitten einer Kapelle mit monströsen Blasinstrumenten wieder, in einem Gewölbesaal, wie man ihn in der näheren Umgebung mehrfach finden konnte, etwa im Gebäude des Rathauses. Die noch ganz dilettantische Malerei ist in gedämpfter Farbigkeit ausgeführt. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson