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Streiksieg der französischen Bergarbeiter

Ident. Nr.: A IV 40

ObjID: obj:967270

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Karl Erich Müller (1932-1998),
Künstler*in
Datierung
1963
Weitere Titel
Sammlungstitel: Streiksieg der französischen Bergarbeiter
Übersetzung: The French Miners' Strike Victory
Provenienz
Ministerium für Kultur der DDR,
382716
Material / Technik
Öl auf Hartfaser
Abmessungen
Höhe x Breite: 165 x 100 cm
Erwerbung
1963/64 Ankauf vom Künstler, Halle/Saale, durch das Ministerium für Kultur mit Mitteln des Kulturfonds der DDR

Objektbeschreibung

Ein fast lebensgroß dargestellter Bergarbeiter in Alltagskleidung, mit Baskenmütze auf dem Kopf und einem Kind auf dem Arm, läuft geradewegs auf die Betrachtenden zu. Während er in Gedanken zu sein scheint, blickt das Kind uns direkt an. Der Zweiergruppe folgt eine Ansammlung selbstbewusst wirkender Arbeiter. Hinter ihnen ragen verlassene Industrieanlagen und rauchende Schlote in den Himmel. Die Darstellungsweise der Kleidung und das Inkarnat unterstützen den Eindruck von Dynamik, indem Müller einen Grundton durch rote, blaue und gelbe Farbtöne bricht und Formen mit einer dunklen Kontur modelliert. Mit „Streiksieg der französischen Bergarbeiter“ thematisierte der Maler eine Welle von Arbeitsniederlegungen in den nordfranzösischen Kohlerevieren. Im Zuge der beginnenden Kohlekrise streikten in Frankreich ab März 1963 über 200.000 Arbeiter*innen und forderten höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen und die Öffnung bereits stillgelegter Gruben. In den Zeitungen der DDR wurde damals fast täglich über die sich ausweitenden Streiks und Demonstrationen sowie internationale Solidaritätsaktionen berichtet. Die französische Regierung unter Charles de Gaulle musste zwar einlenken, damit die Beschäftigten wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehrten. Doch der im Bild gefeierte Sieg war nicht von Dauer, denn allmählich verdrängten Öl und Erdgas die Kohlenachfrage, und so standen die umfassenden Einsparungen erst noch an. | Laura Rosengarten

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson