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Rotation I

Ident. Nr.: NG 26/76

ObjID: obj:967372

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Ursula Sax (1935 ),
Künstler*in
Datierung
1973
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 42 x 34 x 28,5 cm
Erwerbung
1976 Schenkung der Künstlerin, Berlin (West) zur 'Donation Haftmann'

Objektbeschreibung

In ihren plastischen Werken arbeitete Sax häufig mit der Spannung zwischen geschlossenen und sich öffnenden Elementen. So bildet ein Zylinder die Basis für eine „Rotation“. Aus dieser festen Rundform entwickeln sich vier kreisförmig nach oben schwingende Vierkantbalken. Diese wirken wie die Gebärde eines Menschen im Wintermantel, der die Arme um Hals und Kopf schlingt. Sowohl in der Formensprache als auch in der anthropomorphen Anmutung ist eine deutliche Verwandtschaft zu den Werken des spanischen Bildhauers Eduardo Chillida zu erkennen, etwa zu dessen abstrahierter Kriegerfigur „Gudari“ von 1974/75 (B 1117). Die in zwei Exemplaren ausgeführte Kleinbronze „Rotation I“ hatte Sax als freie Arbeit begonnen, sie wurde dann zu einem Direktauftrag des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) für die Ausführung als 275 Zentimeter hohe Großplastik. Die Berliner Gießerei Noack stellte die vergrößerte Fassung im Mai 1974 fertig. Anlässlich der damals in der Neuen Nationalgalerie stattfindenden Ausstellung von Ursula Sax, Horst Hirsig und Gerd van Dülmen konnte „Rotation“ vorübergehend auf der Skulpturenterrasse des Gebäudes installiert werden. Anschließend wurde das Werk zu seinem eigentlichen Bestimmungsort nach Mainz transportiert, wo es vor dem neuen Sendezentrum des ZDF auf dem Lerchenberg aufgestellt wurde. Sax beteiligte sich häufig mit Erfolg an Wettbewerben zu Kunst am Bau, und sie schuf zahlreiche Werke für den öffentlichen Raum, etwa einen Brunnen vor dem neuen Rathaus in Berlin-Zehlendorf 1974. | Dieter Scholz

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz