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Medaille Gerhard Marcks

Ident. Nr.: B I 679

ObjID: obj:967409

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Richard Scheibe (1879 - 1964),
Künstler*in
Datierung
1945
Weitere Titel
Sammlungstitel: Medaille Gerhard Marcks
Übersetzung: Medallion for Gerhard Marcks
Geografische Bezüge
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1948
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Durchmesser x Tiefe: 12,9 x 2,5 cm
Erwerbung
1948 Ankauf für die Galerie des 20. Jahrhunderts. 1951 Schenkung des Magistrats von Groß-Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Besonders in der unmittelbaren Nachkriegszeit schuf Scheibe Medaillen als Geschenke für befreundete Künstler. Zu den ihm am engsten verbundenen zählte der zehn Jahre jüngere Gerhard Marcks (1889–1981), den Scheibe um 1908 in Berlin kennengelernt hatte und der kurze Zeit später in sein Atelier einzog. Zusammen betrieb man hier autodidaktisch Anatomie- und Aktstudien und stand sich gegenseitig Modell. Erste gemeinsame Entwürfe entstanden für die „Deutsche Werkbund-Ausstellung“ 1914 in Köln, als beide Bildhauer Reliefs für das Portal der Musterfabrik von Walter Gropius schufen. Die Vorderseite der 1945 gefertigten Medaille zeigt das nach rechts gewandte, klar umrissene Profil von Marcks. Dank der reduzierten Binnenzeichnung und der subtilen Modellierung hat Scheibe eine ruhige Formensprache erzielt, die kennzeichnend für viele seiner Bildnismedaillen ist (vgl. jene zu Johann Joachim Winckelmann, B 138 und B I 677). Die Rückseite gibt über Datierung und Namenszug die Bildhauerwerkzeuge Hammer und Meißel wieder. Von der Medaille existieren mehrere Fassungen. Die Nationalgalerie selbst besitzt neben den beiden Exemplaren von 1945 (B I 679 und B 231) die Variante von 1951 (B 232). Außerdem befinden sich weitere später geschaffene Medaillen mit den Bildnissen von Karl Hofer (B 52), Georg Kolbe (B 230), Max Pechstein (B 135), Renée Sintenis (B 508) und Karl Schmidt-Rottluff (B 136) in der Sammlung. | Carolin Jahn

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson