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Frauenbildnis

Ident. Nr.: A IV 402

ObjID: obj:967446

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Sergej Kolesnikow (1889 - 1952),
Künstler*in
Datierung
1927
Weitere Titel
Sammlungstitel: Frauenbildnis
Übersetzung: Portrait of a Woman
Geografische Bezüge
Provenienz
Nachlass/Vermächtnis: Magdalena Kolesnikoff, Weixdorf bei Dresden,
1979
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 91,5 x 75 cm
Erwerbung
1979 Ankauf von der Witwe des Künstlers, Magdalena Kolesnikoff, Weixdorf bei Dresden, aus Mitteln des Kulturfonds der DDR

Objektbeschreibung

Der russische Maler Kolesnikow (auch Kolesnikoff; gelegentlich verwechselt mit dem ukrainischen Künstler Stepan F. Kolesnikov) wuchs in Sibirien auf und studierte von 1910 bis 1913 in Sankt Petersburg bei Kusma Petrow-Wodkin. Wie sein Lehrer wurde er Mitglied der Gruppe Mir iskusstwa (Welt der Kunst), die stilistisch dem Jugendstil zugewandt war. Nach der Revolution engagierte er sich in Moskau in der kulturrevolutionären Bewegung Proletkult. Im Auftrag der Gesellschaft für Kulturbeziehungen mit dem Ausland (VOKS), die in enger Verbindung mit der politischen Führung in Moskau stand, kam Kolesnikow 1925 mit seiner Frau Magdalena, die hier porträtiert ist, nach Deutschland. Später entschloss er sich, nicht mehr in die Sowjetunion zurückzukehren. Im Bildnis der Magdalena Kolesnikowa (Lebensdaten unbekannt) scheint diese zunächst die Betrachter:innen anzuschauen – tatsächlich aber mutet ihr Blick eher nach innen gekehrt an. Das Gesicht ist recht selbstbewusst gegen die linke Hand gestützt, die Mundpartie wirkt etwas verhärtet. Der helle Teint kontrastiert mit den schweren Falten der großen braunen Jacke, die rechte Hand wirkt unvollendet. Offenbar wurde das Bild aus einer größeren Komposition herausgeschnitten, wie die bis zu den Rändern der Leinwand reichende Malschicht nahelegt. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson