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Doppelfigur

Ident. Nr.: NG 34/68

ObjID: obj:967469

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Gerlinde Beck (1930 - 2006),
Künstler*in
Datierung
1966
Weitere Titel
Sammlungstitel: Doppelfigur
Übersetzung: Double Figure
Material / Technik
Edelstahl
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 165 x 50 x 20 cm
Erwerbung
1968 Schenkung Marianne Götz, Stuttgart

Objektbeschreibung

Nach ersten Arbeiten in Terrakotta, Stein und Holz, die sie während ihres Studiums an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart (1949–1956) schuf, wandte sich Beck Mitte der 1950er-Jahre dem von da an bevorzugten Werkstoff Metall zu. Um dieses für sie fremde Material kennenzulernen, hatte sie zuvor eine Feinblechner-Lehre absolviert. Seitdem entstanden technoide, aus geometrischen oder später auch runden Formen zusammengesetzte Objekte aus Eisen, Stahl oder Aluminium. Mit diesen wollte Beck Raum und Bewegung erfahrbar machen und prägte dafür den Begriff „Raumchoreografie“. In den 1960er-Jahren wurde die Stele zu ihrem Hauptmotiv. Eine Variation davon sind Becks sogenannte Lichtfugenskulpturen, zu der auch die „Doppelfigur“ im Bestand der Nationalgalerie gehört. Sie besteht aus zwei aufeinander bezogene Säulen, die aus unterschiedlich großen, rechteckigen Formen zusammengeschweißt sind. Zwischen ihnen erhebt sich eine schlanke, zweigeteilte Stele. Das Handwerkliche ist den Objekten deutlich anzusehen, die Arbeitsspuren des Hämmerns und Schweißens reflektieren das Licht und lassen eine lebendige Oberfläche entstehen. Licht fällt auch durch die schmalen Spalten zwischen den einzelnen Metallkörpern, wodurch die Grenzen von Innen und Außen verwischen. Als erweiterte Erfahrungsräume kamen in Becks Schaffen später architekturbezogene und Klangarbeiten hinzu. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz