Tojama II (Farbraumkörper)
Ident. Nr.: FNG 48/85
ObjID: obj:967475
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1984
- Material / Technik
- Öl und Pigment auf Leinwand auf Synthetikwatte
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 200 x 200 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/967475
Objektbeschreibung
Der Titel dieses Werks verweist auf die japanische Stadt Toyama, die Graubner 1984 während einer Studienreise nach Japan und China besuchte. Seit den späten 1970er-Jahren wählte der in Düsseldorf lebende Künstler für viele seiner Arbeiten asiatische Namen, die weniger als direkte geografische Verweise zu verstehen sind, sondern vielmehr kontemplative oder spirituelle Assoziationsräume öffnen. Das dreidimensionale Bild gehört zu einer Werkgruppe, die Graubner Anfang der 1960er-Jahre begonnen hatte und mit der er die Möglichkeiten der Malerei erweiterte. Es zeichnet sich durch eine besondere Dynamik aus: Zarte, vielschichtige blaue und orange Farbtöne scheinen in einem Schwebezustand zu kreisen, während die Farben – Schicht um Schicht mit Pinseln, Schwämmen, Bürsten und Besen aufgetragen –wie von innen heraus leuchtend wirken. Dieser Nebeleffekt, den Graubner unter anderem mit der Malerei von Casper David Friedrich und J. M. W. Turner assoziierte, ist charakteristisch für sein gesamtes Werk. Graubner verzichtete konsequent auf konkrete Formen oder erzählerische Elemente; die Farbe selbst sollte zur Akteurin werden. Die kissenartige Oberfläche, die seine objekthaften Bilder ausmacht, verleiht der Arbeit eine hautähnliche Körperhaftigkeit, die auf den umgebenden Raum ausstrahlt. Ein geradezu physisch spürbarer Bezug stillt sich dadurch ein, dass die Farbraumkörper die Betrachtenden durch ihre Häufig überlebensgroßen Formate förmlich in die Farbe, in den Farbraum hineinzuziehen scheinen. | Catherine Nichols
Letzte Aktualisierung: 20.07.2026
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