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Große Zeichnung

Ident. Nr.: NG 33/82

ObjID: obj:967543

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Bernhard Heiliger (1915 - 1995),
Künstler*in
Datierung
1976-1981
Abmessungen
Höhe x Breite: 300 x 240 cm
Erwerbung
1982 Schenkung des Künstlers, Berlin (West), an die Freunde der Nationalgalerie (Hommage à Barnett Newman)

Objektbeschreibung

Die Kunstgattung der Zeichnung ist eine notwendige Ergänzung, um das mannigfaltige Werk Heiligers in dieser Sammlung ideal abzubilden. Die Zeichnung war für ihn stets ein autonomes Medium, wie auch dieses Beispiel zeigt. Die schiere Größe der Arbeit von 300 x 240 cm muss dem Künstler nahezu akrobatische Bewegungen abverlangt haben, als er Linien und Farbe auf die Fläche brachte. Auf der Ebene der Bildsprache bestehen zwischen den Zeichnungen und Skulpturen in den verschiedenen Werkphasen Heiligers jedoch durchaus Gemeinsamkeiten: Schlichte, dunkle Töne, gepaart mit Nuancen von Blau und Ocker (auch Gold oder gelegentlich Rot), dominieren. Kugeln, Linien, Zylinder, technoide, geometrische oder in sich verdrehte bzw. gefaltete Elemente werden miteinander kombiniert. Nicht nur in Skulpturen, sondern auch in Reliefobjekten und Assemblagen treten diese immer wieder in Erscheinung. Insbesondere in den Assemblagen der 1980er- und 1990er-Jahre flossen dann Skulptur und Zeichnung endlich zusammen. Diese Montagen dreidimensionaler Gegenstände auf einer Platte, verbanden Zwei- und Dreidimensionalität und ähnelten bisweilen stark den Zeichnungen. Und auch der Aspekt der Farbe spielte hier eine größere Rolle. Heiliger gelangte erst spät zu diesem Hybridmedium, erreichte darin aber ein, so scheint es, lang ersehntes, fruchtbares Zusammenwirken seiner beiden elementaren Ausgangsmedien. | Anja Pawel

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson