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Bildnis Ludwig Renn

Ident. Nr.: A IV 86

ObjID: obj:967546

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Wolfgang Frankenstein (1918 - 2010),
Künstler*in
Datierung
1959
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bildnis Ludwig Renn
Übersetzung: Portrait of Ludwig Renn
Abmessungen
Höhe x Breite: 100 x 70,5 cm
Erwerbung
1966 Ankauf vom Künstler, Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Der Schriftsteller Ludwig Renn (1889–1979), mit Geburtsnamen Arnold Friedrich Vieth von Golßenau, diente im Ersten Weltkrieg als Offizier. Nachdem er sich mit den Werken von Karl Marx, John Reed und Vladimir Lenin auseinandergesetzt hatte, publizierte er ab 1927 unter dem neuen, bürgerlichen Namen politische Romane und andere Schriften. Er trat der Kommunistischen Partei bei, kämpfte mit den Interbrigadisten in Spanien gegen Francos Faschisten und überlebte den Zweiten Weltkrieg im Exil. 1947 kehrte er nach Deutschland zurück und lebte erst in Dresden, dann in Ost-Berlin. 1952 wurde er Mitglied der dortigen Akademie der Künste, später deren Ehrenpräsident. Frankenstein und Renn kannten sich persönlich. 1960 veröffentlichte Renn das Buch „Auftraggeber: Arbeiterklasse“ über Frankensteins Wandbild im VEB Holzwerk in Berlin-Hohenschönhausen. In dessen Gemälden sah Renn eine dialektische Spannung, Widersprüche, die zum Nachdenken anregen und um soziale Fragestellungen kreisen. Die rein ästhetische Erfahrung lehnte er als bourgeois oder dekadent ab (Drei Briefe von Ludwig Renn, in: Wolfgang Frankenstein. Malerei und Grafik. Mit Schriften des Künstlers, Briefen und Meinungen, hrsg. v. Gert Claußnitzer, Dresden 1978, S. 249–251). Darin war er sich mit dem Maler einig. Frankenstein malte Renn halb im Schatten sitzend, mit einem Buch auf dem Schoß; die gemischten, hellen Farben muten fast impressionistisch an. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson