Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1919 (Guss 1988)
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Porträt der Tänzerin Ruth TobiÜbersetzung: Portrait of the Dancer Ruth Tobi
- Provenienz
- Nachlass/Vermächtnis: Nachlass des Künstlers,
1989 - Material / Technik
- Bronze
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 57 x 39 x 28 cm
- Erwerbung
- 1989 Ankauf aus dem Nachlass des Künstlers über den Staatlichen Kunsthandel der DDR, Galerie Schönhof, Görlitz
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/967724
Objektbeschreibung
Der überlebensgroße Kopf einer Frau mit modischem Bubikopf ist leicht zur Seite geneigt, der Hals überlang ausgeführt und die Schulterpartie nur abstrahiert angedeutet. Angefertigt wurde der Bronzeguss 1988 nach dem originalen Gipsfragment von 1919 (Privatbesitz). In der vollständigen Fassung waren noch die Hände der Figur zu sehen, die der Bildhauer Lammert geziert in Pose gesetzt hatte. Einzig sie unterstrichen die tänzerisch-gestische Bewegung, denn laut Bildtitel handelt es sich bei der dargestellten Person um eine Tänzerin namens Ruth Tobi (Lebensdaten unbekannt). Fotografische Detailstudien von Tänzerinnen, die ihre Hände in ästhetisch überhöhten Positionen halten, waren im Zusammenhang mit dem Ausdruckstanz im frühen 20. Jahrhundert populär. Bei seinem Porträt scheint Lammert jedoch weniger die tänzerische Bewegung interessiert zu haben, die er sonst in zahlreichen Ganzkörperstudien zum Ausdruck brachte. Vielmehr konzentrierte er sich auf die Persönlichkeit der Tänzerin und ihr Mienenspiel: Ihre abstrahierten Gesichtszüge sind durch Rundbögen bestimmt, die die Flächen dynamisch durchschneiden und in spitzen Winkeln enden. Die kubistisch-scharfe Aufspaltung und der lange, sich emporschlängelnde Hals erinnern an William Wauers Büste Herwarth Waldens (1917, B II 45). Zur Zeit der Entstehung des Porträts war Lammert in Hagen als freischaffender Künstler tätig. Noch im selben Jahr wurde das Werk in Düsseldorf in der Galerie Flechtheim und bei der ersten Ausstellung der Künstlergruppe Das Junge Rheinland in der Kunsthalle gezeigt. | Anja Pawel
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
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