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Arbeitsloser

Ident. Nr.: A IV 616

ObjID: obj:967727

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Robert Liebknecht (1903 - 1994),
Künstler*in
Datierung
1931
Weitere Titel
Sammlungstitel: Arbeitsloser
Originaltitel: Chômeur
Übersetzung: Unemployed
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1985
Ministerium für Kultur der DDR, Abteilung Bildende Kunst, Berlin,
1985–1989
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 92 x 73 cm
Erwerbung
1985 Ankauf des Ministeriums für Kultur mit Mitteln des Kulturfonds der DDR und 1989 der Nationalgalerie übergeben.

Objektbeschreibung

Ab 1931 nutzte Liebknecht Wohnung und Atelier auf einem Boden in der Heubuder Straße in Berlin-Wedding. Hier oben entstanden seine charakteristischen Werke aus dem Großstadt- und Arbeitermilieu dieser von massenhafter Arbeitslosigkeit geprägten Zeit. 1985 zeigte Liebknecht in einer Ausstellung in Ost-Berlin und Dresden zwei Darstellungen von Arbeitslosen (Robert Liebknecht. Paris, Malerei und Grafik, Ausst.-Kat. Galerie am Weidendamm, Berlin [Ost], 1985, Nr. 2 und 6). In beiden Fällen sitzen die bildfüllend und würdig Porträtierten in dem nur angedeuteten Atelierraum, jedoch nicht im Sessel, wie bei diesem Genre üblich, sondern vorgebeugt, wie auf dem Sprung, in Straßen- beziehungsweise Dienstkleidung, auf einem einfachen Hocker (vgl. auch „Arbeitsloser“; Robert Liebknecht. Ölbilder, Zeichnungen, Grafiken und Texte zu Leben und Werk, Ausst.-Kat. Kongresshalle Gießen, 1991, Farbtaf. S. 49). Die Betonung liegt auf den von Hoffnungslosigkeit gezeichneten Gesichtern und den tatenlosen Händen. Liebknechts Darstellung eines „Arbeitslosen“ aus dem Bestand der Nationalgalerie vermittelt sowohl Spannung als auch Energie durch die aus der Mitte gerückte Figur, den nervösen Pinselstrich und den farbig flackernden Hintergrund. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz