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Das Alter begräbt die Jugend

Ident. Nr.: A IV 293

ObjID: obj:967745

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Erich Gerlach (1909 - 2000),
Künstler*in
Datierung
1946
Weitere Titel
Sammlungstitel: Das Alter begräbt die Jugend
Übersetzung: The Old Bury the Young
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite: 46,5 x 60,5 cm
Erwerbung
1974 Schenkung des Künstlers, Dresden

Objektbeschreibung

In einer düsteren Landschaft unter einem bedrohlichen Himmel tragen drei alte Männer einen jungen Soldaten zu Grabe. Die Spuren einer Verletzung am Brustkorb sind deutlich zu sehen. Die rote Sonne, schon fast hinter dem Horizont versunken, steht in starkem Kontrast zur grauen Haut des Verstorbenen. Das Bild ist eine drastische Anklage von Krieg und Gewalt, die von Deutschland ausgingen und allein hier mehr als fünfeinhalb Millionen Soldaten das Leben kosteten – und so schließlich dem eigenen Land buchstäblich die Zukunft raubten. Der gelernte Grafiker Gerlach, der am Deutschen Hygiene-Museum in Dresden angestellt war, jedoch 1936 aus politischen Gründen entlassen wurde, verarbeitete seine Erlebnisse während des Zweiten Weltkrieges in den ersten Jahren danach. Das Thema des vorliegenden Gemäldes beschäftigte ihn jahrelang; so schuf er gleichnamige Zeichnungen (u.a. 1945, Kupferstich-Kabinett Dresden) und auch ein Aquarell gleichen Titels (1948, Kupferstichkabinett Berlin). Ab 1950 änderte sich Gerlachs Themenwahl, bis er dieses Motiv 1984/1985 erneut malte („Mahnendes Erinnern“, in: X. Kunstausstellung der Deutschen Demokratischen Republik, Ausst.-Kat. Dresden 1987, Abb. S. 55). Gerlach erhielt viele Ehrungen für sein Werk, unter anderem die Verdienstmedaille der DDR (1969), den Kunstpreis der DDR (1974) und den Nationalpreis II. Klasse (1977). | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson