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Stehende

Ident. Nr.: B 15/5

ObjID: obj:967856

1950 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Hans Uhlmann (1900 - 1975),
Künstler*in
Datierung
1947
Weitere Titel
Sammlungstitel: Stehende
Übersetzung: Standing Female Figure
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze und Messing
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 22 x 8,5 x 6 cm
Erwerbung
1950 Ankauf von der Galerie Reitzenstein-Seel, Berlin, durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Der Bildhauer und Zeichner Uhlmann studierte zunächst Maschinenwesen an der Technischen Hochschule in Berlin und war nach seinem Abschluss 1924 als Ingenieur in Kiel tätig. 1926 kehrte er nach Berlin zurück und trat eine Assistenzstelle an seiner Alma Mater an. Zeitgleich entstanden erste Zeichnungen und Gipsplastiken. 1930 stellte er in der Galerie Gurlitt erstmals Werke öffentlich aus. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde die noch junge künstlerische Karriere abrupt unterbrochen: Im Herbst 1933 inhaftierte die Gestapo Uhlmann aus politischen Gründen auf offener Straße. In seiner zweijährigen Haft schrieb der Künstler nicht nur ausführlich Tagebuch, sondern hielt in drei Skizzenbüchern auch Entwürfe und Skizzen fest, die er nach seiner Entlassung umzusetzen gedachte. In diesen frühen Zeichnungen findet sich auch ein Blatt, das als Vorstufe für die Plastik „Stehende“ angesehen werden kann. Realisieren konnte Uhlmann sie demnach erst zehn Jahre nach seiner Haft. Zu diesem Zeitpunkt hatte er sich zunächst als Fachreferent für Malerei und Plastik in der Berliner Kommunalverwaltung für die Wiederaufnahme des Ausstellungsbetriebes engagieren können, bevor er 1946 Leiter der progressiven Galerie Gerd Rosen am Kurfürstendamm wurde. Dort präsentierte er im Herbst 1947 neben mehreren seiner Drahtplastiken auch eine Gipsfassung für die Bronze „Stehende“. In der figürlichen Formfindung markiert die Plastik eine frühe Phase nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, bevor Uhlmann sich ab Anfang der 1950er-Jahre zunehmend abstrakt-geometrisch positionierte. | Dorothea Schöne

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson