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Torso mit Tuch

Ident. Nr.: B III 238

ObjID: obj:967877

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Peter Makolies (1936 -),
Künstler*in
Datierung
1984
Weitere Titel
Sammlungstitel: Torso mit Tuch
Übersetzung: Torso with Drapery
Geografische Bezüge
Material / Technik
Marmor
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 61,5 x 39,5 x 15,5 cm
Erwerbung
1985 Ankauf vom Künstler, Dresden

Objektbeschreibung

Obwohl Makolies an offiziellen Ausstellungen teilnahm, öffentliche Aufträge erhielt und seine Arbeiten zu DDR-Zeiten verkaufen konnte, galt er als Außenseiter im Kunstsystem der DDR. In seinen Plastiken erprobt er anhand verschiedenster Materialien Sujets im Spannungsfeld zwischen archaischem Orientalismus und christlicher Ikonografie, Erotik und Fetisch – häufig ist der weibliche Körper Bildgegenstand. Geprägt von der der antiken Kunst der Griechen, Sumerer und Ägypter, lässt sich der gelernte Steinmetz von seinem Material leiten. Vor allem ab den 1980er-Jahren steht bei Makolies die Beschäftigung mit dem weiblichen Torso im Vordergrund. Unzählige namenslose Frauentorsi alternieren mit biblischen Figuren wie Judith, seinem bevorzugten Motiv, meist mit dem Haupt des Holofernes. Die weiße Marmorskulptur „Torso mit Tuch“ zeigt einen Frauentorso, dessen Geschlecht mit einem Tuch verhüllt ist. Die Plastizität des Bauches wird durch markante Hautfalten verstärkt, auch die Brüste sind deutlich betont und stehen in ihrer makellosen Glätte im Kontrast zu den Falten eines weiteren Tuches, das sich um den Halsansatz und die rechte Schulter spannt. Besonders ab den 1980er-Jahren ist bei Makolies eine nahezu fetischisierende Auseinandersetzung mit weiblichen Brüsten zu beobachten. | Lola Inó Schönherr

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz