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Der Maler Kurt Lohse. II. Fassung

Ident. Nr.: A IV 82

ObjID: obj:967902

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Otto Dix (1891 - 1969),
Künstler*in
Datierung
1914
Weitere Titel
Sammlungstitel: Der Maler Kurt Lohse. II. Fassung
Übersetzung: The Painter Kurt Lohse, 2nd Version
Provenienz
Sammlung Dr. Fritz Salo Glaser, Dresden,
1956
Nachlass Dr. Fritz Salo Glaser, Dresden,
1956 - circa 1966
Kunstsammlung Kühl, Dresden,
1966
Material / Technik
Öl auf Papier auf Pappe
Abmessungen
Höhe x Breite: 50 x 47 cm
Erwerbung
1966 Ankauf von der Kunstausstellung Kühl, Dresden

Objektbeschreibung

Erst in seinem dritten Ausbildungsjahr an der Dresdner Kunstgewerbeschule kam für Dix zum Zeichnen auch das Malen hinzu. Wahrscheinlich trat er 1912 in die Fachklasse für Dekorationsmalerei ein. Wichtige Impulse für seine künstlerische Entwicklung erhielt der junge Künstler zudem in der Gemäldegalerie, in der er die Meister der italienischen und deutschen Renaissance studierte. Auch die aktuelle Malerei lernte er in Dresden kennen. Ebenfalls 1912 besuchte Dix die „Dresdner Kunstausstellung“ mit Werken von Max Klinger, Gustav Klimt und Ferdinand Hodler. In den Galerien Arnold und Richter wurde er mit Bildern der Avantgarde konfrontiert: von Vincent van Gogh, den Futuristen und Expressionisten. Darüber hinaus setzte sich Dix intensiv mit dem Philosophen Friedrich Nietzsche auseinander. Austauschpartner waren ihm die befreundeten Kommilitonen Otto Baumgärtel, Marga Kummer und Kurt Lohse (1892–1958). 1914 malte Dix eine Reihe von Porträts seiner Künstlerfreunde, darunter zwei von Lohse, die stark vom Expressionismus geprägt sind (die erste Version in der Otto Dix Stiftung, Vaduz). Im Brustbild der zweiten Fassung wirkt der Oberkörper wie ein massiver, dunkler Berg. Tatsächlich erheben sich auf der linken Schulter des Dargestellten Nadelbäume; dahinter ragt ein Gipfel empor. Das Gesicht wird durch Feuerzungen, ein Gestirn zwischen den Augen und energetisch aufgeladene Linien geprägt. Der Blick ist leicht gesenkt, als sei er nach innen gerichtet. Ohren und Krawatte sind nur im Umriss erfasst. In der linken oberen Ecke erscheinen zwei unbestimmte, helle Formen, die an Masken im Profil denken lassen. | Sven Beckstette

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson