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Auf der Themse

Ident. Nr.: A IV 638

ObjID: obj:967936

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Rudolf Hellwag (1867 - 1942),
Künstler*in
Datierung
um 1910
Weitere Titel
Sammlungstitel: Auf der Themse
Übersetzung: On the Thames
Provenienz
Rudolf Wiltschek, Berlin,
368313
Übereignung: Dresdner Bank, Berlin,
15.8.1935
Kauf: Reichsfinanzministerium und Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung,
15.8.1935
Material / Technik
Öl auf Pappe
Abmessungen
Höhe x Breite: 27 x 32 cm
Erwerbung
1935 vom Preußischen Staat aus den Kunst-Beständen der Dresdner Bank angekauft und an die Staatlichen Museen zu Berlin überwiesen, Vorbesitz Rudolf Wiltschek, Berlin. Als NS-verfolgungsbedingter Entzug identifiziert und nach erfolgloser Erbensuche als Fundmeldung bei Lost Art eingestellt (Lost Art-ID 618178).

Objektbeschreibung

Als Meisterschüler des Naturalisten Gustav Schönleber in Karlsruhe von 1890 bis 1895 hatte Hellwag das Malen feintoniger Ansichten unter Beibehaltung des Interesses am Gegenstand und am Detail gelernt, auch den Sinn für die Wiedergabe von Wolkenformationen und Farbschattierungen. Nach seiner Ausbildung begab er sich auf Reisen und schuf an jedem Ort schöne, unproblematische Erinnerungsbilder, die gern in den geläufigen illustrierten Zeitschriften wiedergegeben wurden. Ab 1903 lebte der Maler in London, wo er sich auf gut verkäufliche Stadt- und Parkansichten spezialisierte. Werke mit Blick auf die Themse und die London Bridge entstanden in vielen Variationen. Das vorliegende Bild lässt der Größe nach an eine vor Ort gefertigte Studie denken. Obwohl die berühmte Gebäudekulisse nur schemenhaft angelegt ist, sind doch der Abendhimmel und seine Widerspiegelung im Wasser fein ausgeführt und die Dampfer und Boote, vor allem jenes mit dem roten Segel, wirkungsvoll platziert. Das kleine Werk scheint zum Verkauf konzipiert zu sein. Der erfolgreiche Maler gehörte zur Londoner Gesellschaft. Zugleich galt er als Repräsentant der deutschen Kunst in England. Er organisierte 1906 eine bedeutende Ausstellung deutscher Kunst in London und konnte 1907 für die „Große Badische Landes-Ausstellung“ in Mannheim eine Kollektion englischer Kunst vermitteln, wofür ihm Großherzog Friedrich von Baden den Professorentitel verlieh. Solchen Bestrebungen des kulturellen Austauschs setzte zunächst der Erste Weltkrieg ein Ende, in dem Hellwag in England interniert wurde. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson