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Innen

Ident. Nr.: FNG 18/82

ObjID: obj:967952

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Johannes Geccelli (1925 - 2011),
Künstler*in
Datierung
1981
Material / Technik
Acryl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 201 x 100 cm

Objektbeschreibung

Geccelli wird meist in der Tradition der Farbfeldmalerei verortet. Für ihn, ebenso wie für seine Zeitgenossen Rupprecht Geiger und Gotthard Graubner, war die Farbe von zentraler Bedeutung. Farbe war, erklärte er, „kein Attribut“, wie er es als junger Künstler angenommen habe, sondern vielmehr „das Wasser“, in dem er schwimme, „die Luft“, die er atme, „das Medium“, dem er sich anvertraue. Es ist das Medium, „in dem alles Gestalt gewinnt“ und dem er zu entlocken habe, was er „in seinem Innersten“ eigentlich wolle (Geccelli, in: GECCELLI. Farblicht und Schatten, Ausst.-Kat. Berlin, Berlinische Galerie, 2006, S. 37). Neben der Farbe war ihm auch die menschliche Figur wichtig. Im nahezu monochrom blau erscheinenden Werk „Innen“ von 1981 erhebt sich die lebensgroße Figur wie eine geisterhafte Erscheinung aus dem Grund des Gemäldes. Um diesen fein nuancierten Effekt zu erreichen, experimentierte Geccelli jahrelang. 1968 begann er mit seinen Farbuntersuchungen, 1970 ließ er erstmals eine gehende Figur in spektralen Lichtfarbstreifen erscheinen, 1971 beschloss er, auf die Umrisslinie der Figur zu verzichten und diese stattdessen aus Farbflecken entstehen zu lassen, und 1973 schuf er die ersten Bilder, in denen die Figur jeweils im Farbkontinuum sichtbar ist. Doch erst ab Mitte der 1970er-Jahre wurde aus der menschlichen Figur jene leise Andeutung, jene lange gesuchte und durch Abwesenheit definierte Präsenz, die dem Gemälde „Innen“ zugrunde liegt. | Catherine Nichols

Letzte Aktualisierung: 19.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bildnis Joachim Ringelnatz

Bildnis Joachim Ringelnatz

In den 1920er-Jahren fertigte Sintenis zahlreiche Bildnisse an. Diese waren sowohl Auftragsarbeiten als auch Porträts von Freunden und Bekannten. So modellierte sie etwa Bildnisse des Bankiers Hugo von Oppenheim (WVZ Berger/Ladwig 2013, 067), der Frau von Mendelssohn (WVZ Berger/Ladwig 2013, 068), des Schriftstellers Hans Siemsen (WVZ Berger/Ladwig 2013, 053) oder ihres Mannes, des Künstlers Emil Rudolf Weiß (NG 61/81). Auch von dem Schriftsteller, Kabarettisten und Maler Joachim Ringelnatz (1883–1934), mit dem sie befreundet war, fertigte sie 1923 eine Kopfstudie an. Seit Beginn der 1920er-Jahre tingelte Ringelnatz als kabarettistischer Seemann „Kuttel Daddeldu“ durch alle großen Städte Deutschlands sowie durch Prag, Zürich und Wien. Unter anderem trat er regelmäßig in Berlin auf den Kleinkunstbühnen der Stadt auf. Ringelnatz und Sintenis hatten sich 1922 auf einem Berliner Künstlerball kennen- und schätzen gelernt. Nur ein Jahr später fertigte Sintenis das ausdrucksstarke Bildnis des Künstlers an. Gekonnt hat sie dessen markante Gesichtszüge festgehalten, die charakteristische Nase und die abstehenden Ohren. Das ganze Gesicht ist sehr lebendig modelliert, was dem Porträt zum einen etwas Skizzenhaftes verleiht, zum anderen das unruhige Wesen des Künstlers spiegelt. Eindrücklich gelang es Sintenis, Ringelnatz’ Persönlichkeit, seine innere Gespaltenheit, Verletzlichkeit ebenso wie seinen Schalk und Charme in all ihren Widersprüchlichkeiten in Ton zu fassen. | Maike Steinkamp

Die Ardennenschlacht

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Quer zu den Betrachter*innen liegt splitternackt ein Mann mit weit aufgerissenen Augen, den Kopf nach hinten und zur Seite gekippt, mit verkrampften Füßen auf einem Teppich, der über einem Abgrund zu schweben scheint. Durch den Stahlhelm, der auf dem Bauch des Liegenden ruht, ist er als Soldat ausgewiesen. Im Vordergrund ist eine leuchtend gelbe Trompete platziert. Wie in einem Albtraum bricht ein Stoßtrupp Soldaten in die Szenerie ein, hinter ihnen ein blutroter Himmel. Inmitten dieser gesichtslosen Stahlhelmträger steht brüllend die Figur des wahnwitzigen Gauleiters Hanke aus dem Gemälde „Festung Breslau“ (vgl. A IV 304). Der Titel leitet sich ab von der letzten Großoffensive der Wehrmacht im Dezember 1944 in Frankreich, an der Heisig als junger Soldat der SS-Panzerdivision Hitlerjugend beteiligt war. Auffallend sind die selbstbildnishaften Züge des Dargestellten sowie des schlafenden Alter Ego unter dem Teppich. Wie in parallel entstandenen Gemälden meint Heisig hier den unbelehrbaren Soldaten und spielt damit auf sich selbst an, der sich als „Freiwilliger“ zur Waffen-SS-gemeldet hatte. Das vermeintliche Kriegsabenteuer entpuppte sich als Albtraum. Heisig zeigt sich nackt und hilflos, aber dabei dennoch als unverbesserlichen Militaristen, der selbstvergessen mit dem Eisernen Kreuz am schwarz-weiß-roten Band spielt, während er mit der Rechten einen Spielzeugpanzer über seinen Bauch rollen lässt. Heisig will dem Publikum einen Begriff vom Irrsinn des Krieges vermitteln, den er selbst vor seinen Erlebnissen im Schützengraben nicht hatte. | Eckhart J. Gillen

Fischerboote am Strand

Fischerboote am Strand

Lothar Lang, der einflussreiche Kunstkritiker der DDR, registrierte 1968 bei einem Besuch in Großpietschs Atelier die „mit naturalistischer Akribie gemalten“ Bilder an den Wänden. Im Gespräch berichtete der alte Maler: „Ich habe mit Grosz und Dix studiert. Mit Grosz, der, wie ich auch, die harte Schule bei Richard Müller durchmachte, war ich vor dem ersten Weltkrieg befreundet“ (Lothar Lang, Curt Großpietsch, in: Die Weltbühne, 11.3.1969, S. 309). Diese Zeit seines Studiums an der Kunstakademie Dresden hatte von 1912 bis 1914 gewährt. Großpietsch entwickelte damals seine betont sachliche Malerei wohl – wie andere Dresdner Künstler auch – in bewusster Abkehr vom Expressionismus. 1914 arbeitete er gemeinsam mit dem Dekorationsmaler Hugo Wilkens an der Ausgestaltung der Kirche auf der Nordseeinsel Pellworm. In diesen Wochen ist vermutlich das in klaren Formen mit kühnen Verkürzungen aufgebaute Bild der drei Fischerboote am Strand entstanden, ein Jugendwerk, noch mit Ungeschicklichkeiten, etwa bei der Wiedergabe der Wellen. Bei Langs Besuch war Großpietsch schon lange nur noch als Zeichner und Karikaturist tätig und bekannt. Nur gut zwanzig Bilder haben sich aus seiner frühen Zeit erhalten. Nach dem Ersten Weltkrieg setzte Großpietsch von 1919 bis 1923 sein Studium als Meisterschüler von Otto Gussmann an der Dresdner Akademie fort. Ende 1923 begann er sich der Grafik zuzuwenden, er schuf erste Holzschnitte und Radierungen und zeichnete, stark von Alfred Kubin beeinflusst, fortan fantastische Szenen und Grotesken. | Angelika Wesenberg

Friedrich Ebert

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Im Jahr 1924 wurde Bednorz an die Breslauer Akademie berufen und trat damit die Nachfolge seines Lehrers, des Bildhauers Albert Werner-Schwarzburg, an. Zeitgleich erhielt er den Auftrag, den ersten Reichspräsidenten der Weimarer Republik, Friedrich Ebert (1871–1925), „nach dem Leben“ zu porträtieren. Bednorz beschrieb den Politiker später als „zurückhaltend, aber natürlich und offen“ (Robert Bednorz, Biographischer Essay, in: Mitteilungen des Beuthener Geschichts- und Museumsvereins, H. 21/22 [1960], S. 108). Der Künstler war ein gefragter Porträtist. Politiker aller Parteien ließen sich gern von ihm wiedergeben; neben der Ebert-Büste schuf er unter anderem Bildnisse des nationalliberalen Politikers und späteren Reichsministers Karl Jarres (1922) und des seit 1922 amtierenden italienischen Staatschefs, des Faschisten Benito Mussolini (1923). Er nahm sich außerdem vor, ein Porträt von Wladimir Iljitsch Lenin nach vorhandenen Vorlagen anzufertigen, wozu es jedoch nicht kam. Selten hat Bednorz die Oberflächen seiner Büsten glatt modelliert. Stattdessen sind sie durch Unebenheiten oder Kanten strukturiert, die den individuellen und expressiven Eindruck der Bildnisse unterstreichen. Der Künstler war vor allem darauf bedacht, dem Charakter einer Person Ausdruck zu verleihen. Die beiden identischen Ebert-Büsten gelangten über unterschiedliche Wege an die Nationalgalerie. Ein Guss (B I 503) wurde 1929 vom Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung angekauft und der Sammlung sogleich übergeben. Das andere Exemplar (B II 9) erwarb der preußische Oberpräsident für das Schlesische Museum der bildenden Künste in Breslau, in dem es bis nach 1945 blieb; 1953 schenkte es der polnische Staat der DDR. Während der deutschen Teilung befanden sich beide Büsten in Ost-Berlin. | Emily Joyce Evans