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Hommage à Lenin

Ident. Nr.: A IV 239

ObjID: obj:967966

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Willi Sitte (1921 - 2013),
Künstler*in
Datierung
1969
Weitere Titel
Sammlungstitel: Hommage à Lenin
Übersetzung: Homage to Lenin
Abmessungen
Höhe x Breite: 181 x 123 cm
Erwerbung
1970 Ankauf vom Künstler, Halle/Saale, aus Mitteln des Ministerium für Kultur der DDR

Objektbeschreibung

Das Hochformat entstand im Vorjahr und anlässlich des 100. Geburtstages von Wladimir Iljitsch Lenin (1870–1924). Mit ausdrucksstarker Farbigkeit stellt Sitte den russischen Revolutionär und Politiker in den Fokus. Der durch die starke Untersicht geradezu ins Übermenschliche erhobene Anführer ist umgeben von verschiedenen Symbolen der kommunistischen Weltgemeinschaft. So finden sich die sowjetische Flagge mit Hammer und Sichel, ein Meer aus roten Fahnen sowie eine Gruppe von hoch erhobenen geballten Fäusten, die für den kommunistischen Kampf stehen, den Lenin Anfang des 20. Jahrhunderts erfolgreich angeführt und danach ein sowjetisches Partei-, Staats- und Wirtschaftssystem aufgebaut hatte. Ebenso abgebildet sind die Weltzeituhr, die im Entstehungsjahr des Gemäldes auf dem Alexanderplatz in Ost-Berlin installiert worden war, sowie im unteren Teil eine große Anzahl unterschiedlicher Nationalflaggen als Zeichen der Dritten Kommunistischen Internationale (Komintern), die Lenin 1919 gegründet hatte. Mit seiner Feier Lenins als globale Leitfigur ist das Bild zugleich ein Bekenntnis zur deutsch-sowjetischen Freundschaft, die in der DDR hochgehalten wurde. Für sein Porträt wurde Sitte 1970 mit dem Kunstpreis der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft und 1971 mit dem Kunstpreis des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes ausgezeichnet. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson