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Worowski zu Ehren

Ident. Nr.: A IV 300

ObjID: obj:968165

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Franz Edwin Gehrig-Targis (1896 - 1968),
Künstler*in
Datierung
1923
Weitere Titel
Sammlungstitel: Worowski zu Ehren
Übersetzung: In Vorovsky's Honour
Provenienz
Nachlass/Vermächtnis: Margarethe Gehrig,
1974
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 35 x 29,5 cm
Erwerbung
1974 Schenkung der Witwe des Künstlers, Margarethe Gehrig, Berlin

Objektbeschreibung

Vaclav Worowski (1871–1923), ein russisch-sowjetischer Diplomat, Publizist und Literaturkritiker, war maßgeblich am Zustandekommen des Rapallo-Vertrages zur Normalisierung der Beziehungen zwischen Russland und Deutschland (1922) beteiligt. Während einer Konferenz in Lausanne wurde er am 10. Mai 1923 ermordet. Der Attentäter, Maurice Conradi (1896–1947), war der Sohn eines Schweizer Fabrikanten in Sankt Petersburg und ein entschiedener Gegner des sowjetischen Regimes. Gehrig-Targis’ Gemälde soll laut der Inschrift einen Trauerzug in Berlin am „12. Mai 1923“ darstellen, bei dem Kommunisten den als Märtyrer verstandenen Worowski ehren. Doch an diesem Tag stand dessen Sarg noch in einer Lausanner Kirche. Mit jenem brach erst am 15. Mai eine kleine Delegation in Richtung Moskau auf. Am folgenden Tag durften Trauernde in der sowjetischen Botschaft in Berlin Worowski an seinem Sarg die letzte Ehre erweisen, bevor sich bei einsetzendem Regen ein Trauerzug zum Schlesischen Bahnhof in Bewegung setzte. Ihm schlossen sich am Lustgarten angeblich Zehntausende Menschen an, von denen viele rote Fahnen trugen. Im Gemälde wird die Menschenmenge nur angedeutet, während die erhobenen Flaggen und das Licht der nach Einbruch der Dunkelheit entzündeten Fackeln das Bild dominieren. Der Kommunist Gehrig-Targis hatte 1918 in der Novemberrevolution gekämpft und wurde 1928 ein Mitbegründer der Assoziation revolutionärer bildender Künstler Deutschlands (ASSO). | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz