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Bergarbeiterkopf

Ident. Nr.: B I 665

ObjID: obj:968197

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Fritz Koelle (1895 - 1953),
Künstler*in
Datierung
1936 (Guss nach 1936)
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bergarbeiterkopf
Übersetzung: Head of a Miner
Geografische Bezüge
Provenienz
Schrottlager der tschechoslowakischen Militärmission, Berlin Osthafen,
393432
Magistrat von Groß-Berlin, Amt Museen und Sammlungen, Referat Rückführungen,
1948–5.11.1949
Leihe: Nationalgalerie, Berlin,
5.11.1949–1951
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 42 x 23 x 27 cm
Erwerbung
1948 im Berliner Osthafen aufgefunden und der Nationalgalerie zur Aufbewahrung übergeben. 1951 Schenkung des Magistrats von Groß-Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (Ost)

Objektbeschreibung

Geprägt von zahlreichen Reisen in die Industriegebiete im Saarland und dem Kontakt zu den Beschäftigten in den dortigen Berg- und Walzwerken hatte sich Koelle auf die Darstellung von Arbeitern spezialisiert. Seine frühen Werke zeichnen sich durch ihren ungeschminkten Realismus aus. Die Körperhaltung der Arbeiter zeugt häufig von der physischen Belastung, ihre oft zerfurchten Gesichter tragen die Spuren jahrelanger Anstrengung. Diese Darstellungsweise änderte sich nach 1933. Mimik und Haltung sind nun straffer und markanter, strahlen mehr Stärke aus und wirken heroisch. Jenem Typus entspricht auch der „Bergarbeiterkopf“, bei dem es sich um einen nicht lizenzierten Abguss nach Koelles „Bergarbeiter, sich die Hemdsärmel aufstülpend“ von 1936 (WVZ Pasche 2001, 131) handelt. An seine Frau Elisabeth schrieb der Künstler am 6. Oktober 1952 zu dem Exemplar der Nationalgalerie: „Wie der Kopf in schlechte[m] Abguss und mit meinem Namen versehen, dort hinkommt, ist mir noch unklar“ (zit. nach ebd., S. 264). Und tatsächlich ist die Herkunft des „Bergarbeiterkopfes“ bis heute nicht abschließend aufzuklären. 1948 wurde das Werk in einem Schrottlager der tschechoslowakischen Militärkommission auf dem Gelände des Berliner Osthafens sichergestellt und der Nationalgalerie zur Verwahrung übergeben. Wann und auf welchem Weg die Bronzeplastik in das Schrottlager gelangt war, ist unbekannt, auch die Umstände ihrer Entstehung bleiben ungewiss. | Janna Stolte

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson