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Landschaft aus der Probstei

Ident. Nr.: A III 68

ObjID: obj:968226

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Jan Lass (1890 - 1958),
Künstler*in
Datierung
spätestens 1927
Weitere Titel
Sammlungstitel: Landschaft aus der Probstei
Übersetzung: Landscape in the Probstei
Material / Technik
Öl auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 72 x 72,5 cm
Erwerbung
1927 Ankauf durch den Oberpräsidenten der preußischen Provinz Schleswig-Holstein, Provinzialverwaltung Kiel für die Nationalgalerie

Objektbeschreibung

Mit „Probstei“ ist hier eine Landschaft an der Kieler Bucht bezeichnet, jene Region, in der Lass den Großteil seines Lebens verbrachte. Nach einer Ausbildung in Flensburg und Altona sowie Aufenthalten auf Sylt, Föhr und Amrum ließ sich der Künstler 1934 am Langsee unweit seines Geburtsortes Kappeln nieder. Die unmittelbare Umgebung in diesem recht überschaubaren Radius bot ihm offenbar genügend künstlerische Inspiration, sodass er sich wieder und wieder mit jener Landschaft befasste; zahlreiche Bilder vom Langsee in wechselnden Jahreszeiten und fein nuancierten Lichtstimmungen bezeugen dies. Zumeist wählte Lass für seine Arbeiten nahezu quadratische Formate, die seine kompositorische Vorliebe für sehr tief gesetzte, wolkendurchzogene Horizonte oder, wie im vorliegenden Fall, die tief fluchtenden Linien und Furchen der Äcker effektvoll betonen. | Katharina Wippermann

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz