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Bildnis meiner Frau Verso: Zwei Frauen in einer Landschaft

Ident. Nr.: A II 232

ObjID: obj:968240

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Georg Walter Rößner (1885 - 1972),
Künstler*in
Datierung
1914
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bildnis meiner Frau Verso: Zwei Frauen in einer Landschaft
Übersetzung: Portrait of my Wife Verso: Two Women in a Landscape
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 179 x 127 cm
Erwerbung
1917 Ankauf auf der Großen Berliner Kunstausstellung in Düsseldorf

Objektbeschreibung

„Ich bin ein Maler eleganter Frauen, ich male guten Gewissens, was ich schön finde“ (zit. nach Holger Behling, Georg Walter Rössner, 1885–1972, Flensburg 1985, S. 25). Was den Künstler Rößner nach eigener Aussage am deutlichsten charakterisierte, hatte bereits im Frühwerk seinen Anfang genommen. In den 1920er- und 1930er-Jahren avancierte er zum gesuchten Porträtisten der Berliner Gesellschaft, dessen Frauenbildnisse häufig auch die Titel von Zeitschriften wie „Jugend“, „Die Gartenlaube“ oder „Die Dame“ zierten. Im Vergleich zu diesen sind im vorliegenden Gemälde Haltung und Habitus der Frau weniger mondän und der Mittel- und Hintergrund szenisch ausgestaltet. Motivisch verwandt ist das Bild „Im alten Meißner Garten“ von 1910/1912 (ebd., Abb. S. 6). 1885 in Leipzig geboren erhielt Rößner noch als Schüler Privatunterricht bei Georg Kolbe und ging mit diesem 1904 nach Berlin. Dort vermittelte Kolbe ihn an Lovis Corinth, dessen Einfluss sein Werk neben den Arbeiten des Impressionisten Édouard Manet in den 1910er-Jahren prägte. Wie einst Corinth studierte Rößner 1905/1906 an der Académie Julian in Paris und pendelte im Anschluss eine Zeit lang zwischen München und Berlin, auch darin seinem Lehrer biografisch folgend. Das Bildnis der Frau des Künstlers, Charlotte Kamke (1888–1962), wurde erstmals in der Ausstellung der Berliner Secession 1913 gezeigt, 1917 für den Staat angekauft und ein Jahr später an die Nationalgalerie überwiesen. | Katharina Wippermann

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

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Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson