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Äpfel mit silberner Schale

Ident. Nr.: A II 476

ObjID: obj:968246

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Carl Albrecht (1862 - 1926),
Künstler*in
Datierung
um 1920
Weitere Titel
Sammlungstitel: Äpfel mit silberner Schale
Übersetzung: Apples with a Silver Bowl
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1925
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 50,5 x 62,3 cm
Erwerbung
1925 Ankauf vom Künstler durch das Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung für die Nationalgalerie

Objektbeschreibung

Nach langer Krankheit wurde Albrecht 1925 als Lehrer an der Königsberger Kunstakademie in den Ruhestand versetzt. Ein letztes Mal auch stellte er in diesem Jahr im Königsberger Kunstverein aus. Das ungewöhnliche Stillleben mit den fleckigen Äpfeln auf einem faltigen Tuch bei einer Schale aus geschliffenem Glas in Silberfassung wurde vom preußischen Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung aus dieser Ausstellung heraus erworben und der Nationalgalerie überwiesen. Auf einem von Albrecht auf der Rückseite beschrifteten Foto aus dem Nachlass (WVZ Heinsberg-Hartmann 2014, 79) sieht man ebendiese Schale auf einer Kommode in der Diele des Hauses in Königsberg, laut Beschriftung zeigt das großformatige Gemälde dahinter die Gattin des Künstlers, Anna Elisabeth Agnes. Erst durch jenes Foto lassen sich die Streifen im Hintergrund des Stilllebens als schmaler Rahmen eines Bildnisses identifizieren. Das Stillleben wird während der Krankheitsphase des zunehmend gelähmt an das Haus gefesselten Künstlers entstanden sein. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson