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Apfelstillleben

Ident. Nr.: A IV 105

ObjID: obj:968340

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Otto Niemeyer-Holstein (1896 - 1984),
Künstler*in
Datierung
1957
Weitere Titel
Sammlungstitel: Apfelstillleben
Übersetzung: Still Life with Apples
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1967
Material / Technik
Öl auf Hartfaser
Abmessungen
Höhe x Breite: 28 x 60 cm
Erwerbung
1967 Ankauf vom Künstler, Koserow/Usedom, aus dem Geldvermächtnis Marie Prüfert

Objektbeschreibung

„Bist Du nicht ein Kind von Paris, lieber Freund Nino? Die Welt der Pariser Maler, die ich heute Morgen in einer zauberhaften Ausstellung im Carnavalet sah, könnte auch Deine Welt sein“, so lautete das Grußwort von Gustav Seitz zum 65. Geburtstag des Malers, wiedergegeben im Katalog der Nationalgalerie. (Otto Niemeyer-Holstein. 65 Jahre, Ausst.-Kat. Berlin [Ost] 1961, o. S.) Die französische Kunst des Nachimpressionismus – Paul Cézanne, Pierre Bonnard, auch Vincent van Gogh – hatten Niemeyer beeinflusst. Er teilte mit Cézanne die Tendenz zur malerischen Gestaltung des Elementaren. Apfelstillleben finden sich bei beiden Malern. Niemeyer ging weniger entschieden an das Motiv heran als sein Vorbild, doch auch er war vor allem an koloristischen Wirkungen interessiert, an Tonwerten, eingebunden in einen klaren Bildaufbau – Senkrechte, Waagerechte, runde Formen. Die Tischplatte ist durch einen Teppich mit Blumenborten am Rand und in der Mitte gegliedert, das rissige Weiß des Tellers wiederholt sich an der weißen Wand, die Äpfel sind wie bei Cézanne mit einer dunkleren Kontur umgeben, die die Form akzentuiert. Wir haben eine Farbkomposition vor uns, kein Abbild. Dennoch ist das Gemälde nach der Anschauung entstanden. Aber wie bei den Franzosen fehlt das Bemühen um die Wiedergabe stofflicher Reize, der Illusionswert der Darstellung. Die schrundigen Früchte könnten auch Kartoffeln sein. Niemeyer schafft eine dichte Bildebene, keinen Illusionsraum, daher fanden die Freunde den zutreffenden Vergleich mit der Pariser Malerei. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson