Der Boxer Erich Brandl
Ident. Nr.: NG 52/86
ObjID: obj:968361
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1925
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Der Boxer Erich BrandlÜbersetzung: The Boxer Erich Brandl
- Provenienz
- Hans Christian Albrecht, Hamburg,
389566 - Material / Technik
- Terrakotta
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 41,5 x 17,5 x 17 cm (inkl. Plinthe)
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/968361
Objektbeschreibung
Mit der zunehmenden Popularität des Sports in der Weimarer Republik entdeckte Sintenis – selbst eine begeisterte Sportlerin – diesen als Sujet für sich. Möglicherweise hatte auch ihr Galerist Alfred Flechtheim Anteil daran. Er war ein großer Sport- und insbesondere Boxfan und regte die mit ihm in Verbindung stehenden Künstler immer wieder zu Sportlerdarstellungen an. Vielleicht schuf Sintenis auf sein Geheiß 1925 die Figur des Mittelgewichtsboxers Erich Brandl, der sich zu diesem Zeitpunkt am Beginn seiner Laufbahn befand. Die Bildhauerin modellierte den durchtrainierten und gleichzeitig knabenhaft wirkenden Sportler in dynamischer Boxerpose. Konzentriert abwartend hält er die Fäuste zum Kampf geballt, die Beine sind leicht gegrätscht, bereit für den Angriff. Jeder einzelne Muskel ist klar herausgearbeitet. Anders als bei ihrer Darstellung des Boxers Helmut Hartkopp fünf Jahre später (WVZ Berger/Ladwig 2013, 115) gab sie Brandl vollkommen unbekleidet wieder. Sintenis folgte damit der zeitgenössischen Rezeption des jungen Sportlers, der nicht zuletzt durch die Nacktaufnahmen der Fotografin Frieda Riess, die zeitgleich im „Querschnitt“ (5. Jg. [1925], H. 9) erschienen, zur Reinkarnation des klassischen Schönheitsideals und zum modernen Sexsymbol stilisiert wurde. | Maike Steinkamp
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
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