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Erde

Ident. Nr.: A III 130

ObjID: obj:968390

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Erich Feyerabend (1889 - 1945),
Künstler*in
Datierung
1927
Weitere Titel
Sammlungstitel: Erde
Übersetzung: Earth
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 105,5 x 201 cm
Erwerbung
1927 Ankauf durch das Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung aus der Großen Berliner Kunstausstellung für die Nationalgalerie

Objektbeschreibung

Anfang der 1920er-Jahre entfernte sich Feyerabend vom Spätimpressionismus, seine Darstellungsweise war nun deutlich gegenständlicher, unterstrichen durch kräftige, klar abgegrenzte Farbwerte, wie sie sich im vorliegenden Gemälde oder im eng verwandten Bild „Frau mit Rehen“ von 1926 (Auktion Galerie Bassenge, Berlin, 1.6.2019, Los 8060; vermutlich Privatbesitz) zeigen. „Erde“ vereint eine altmeisterliche Thematik mit Tendenzen des Jugendstils, lässt aber auch schon Anklänge an die wenige Jahre später vom NS-Regime favorisierte und instrumentalisierte Kunstauffassung erkennen. So nimmt es denn nicht wunder, dass Feyerabend ab 1938 in Amt und Würden kam, zunächst als Leiter der Holzschnittklasse an der Akademie in Stuttgart. In den 1940er-Jahren stand er der mit der Kunstgewerbeschule fusionierten Stuttgarter Akademie zeitweilig sogar als Direktor vor. Ferner war er von 1937 bis 1944 auf sämtlichen „Großen Deutschen Kunstausstellungen“ im Münchner Haus der Deutschen Kunst vertreten. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde ihm trotz seiner Bemühungen eine Weiterbeschäftigung in lehrender und leitender Funktion durch die zuständigen Behörden verwehrt. Er starb wenige Monate später, im Oktober 1945. | Katharina Wippermann

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz