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Schöne mit verspielter Katze

Ident. Nr.: 60025-04.415

ObjID: obj:978440

Details (Expert)

Beteiligte
signiert: Isoda Koryûsai (1735 - 1790),
Künstler*in; Inschrift
Datierung
um 1770–1780
Datierung: Edo (Tokugawa)-Zeit
Weitere Titel
Sammlungstitel: Schöne mit verspielter Katze
Übersetzung: Beauty with Playful Cat
Originaltitel: 美人とじゃれる猫
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Blattmaß: 72,4 x 12,3 cm
Erwerbung
1967 übertragen aus der Kunstbibliothek, SMB. Erworben 1904 von R. Wagner, Berlin.

Objektbeschreibung

Mit leichtem Erschrecken schaut ein Mädchen auf eine Katze, die sich in ihren ockerfarbenen, weiß gemusterten Furisode mit blaßgelbem Untergewand gekrallt hat. Wie um einen Schrei zu unterdrücken, führt sie ihre rechte Hand an den Mund. Hinter der jungen Frau wird ein Verandapfosten sichtbar. Von der Decke hängt eine Blumenvase mit einem Blumenarrangement herab. Das Motiv des Mädchens mit der spielenden Katze verweist auf das 34. Kapitel des Genji-Romans. Dort wird geschildert, wie die Prinzessin Nyôsan, die Gemahlin des Prinzen Genji, heimlich einem Ballspiel der Hofbeamten zuschaut, verborgen durch einen Vorhang. Als eine Katze diesen lüftet, erblickt einer der Hofbeamten, Kashiwagi, die Prinzessin. Eine unglücklich endende Liebesgeschichte nimmt ihren Lauf. Im vorliegenden Blatt wird aus der Prinzessin ein Mädchen in zeitgenössischer Tracht. Koryûsai war einer der führenden Künstler des Ukiyoe. Eine seiner Signaturen enthält die Bezeichnung "bukô" (Samurai), mit der er seine Zugehörigkeit zum Adelsstand betonte, auch wenn er aus dem Dienst seines Lehnsherren Tsuchiya entlassen worden und als herrenloser Samurai (rônin) nach Edo gezogen war. Isoda Koryûsai war mit Suzuki Harunobu, dem damals führenden Holzschnittmeister, gut bekannt und auch stilistisch stark von ihm beeinflusst. Die kindlich-anmutigen Frauengestalten des Harunobu spiegeln sich in Koryûsais Frauentyp der frühen Malereien und Holzschnitte wider. Zu diesem Zeitpunkt signierte er seine Werke mit Koryûsai Haruhiro. Mitte der 1870er Jahre dann hatte er seinen eigenen Stil gefunden. Seine Figuren wurden kräftiger und wirklichkeitsnäher, ebenso die Farbgebung, bei der Olivgrün und Orange (tan) Akzente setzen. Koryûsais Frauengestalten mit ihren Laternen-Frisuren (torobin) wurden zu modischen Vorbildern in den Vergnügungsvierteln von Edo. Berühmt ist seine über 100 Blatt umfassende Folge "Neue Modelle, frisch wie junge Blätter", die Ende der 1870er Jahre entstand. Isoda Koryûsai schuf meisterliche Kompositionen im schmalen Hochformat der Pfostenbilder. So schafft er auch in unserem Blatt durch die Überschneidung der Figur mit dem Bildrand, die diagonal verlaufenden Deckenbalken und Verandadielen eine räumliche Vorstellung von Vorder- und Hintergrund, von Bildweite und Bildtiefe trotz der sehr begrenzten Bildfläche. In den Blumen-und-Vogel-Bildern des Koryûsai lassen sich Elemente des Kanô-Malstils erkennen. Seit 1781 schuf er nur noch Ukiyoe-Gemälde und gab den Holzschnitt auf.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Nô-Maske, Typ “Junge Frau“ (ko-omote)

Nô-Maske, Typ “Junge Frau“ (ko-omote)

Der Maskentyp des "Kleinen Gesichts" (ko-omote) wurde für die Darstellungen der anmutigen, jungen Frauengestalten in Drittspielen (Katsura Nô) geschaffen. Er spiegelt das weibliche Schönheitsideal der Heian-Zeit wider. Das ins rundliche gehende ovale Gesicht verjüngt sich zur Stirn hin und wird durch die aufgeschminkten, hoch angesetzten Augenbrauen zusätzlich gelängt. Die Augenwinkel verlaufen in einer geraden Linie, die Sehlöcher sind eckig. Die Nasenlöcher sind weich geformt, ähnlich wie der leicht geöffnete Mund, der die geschwärzten Zähne sichtbar werden läßt. Die Unterlippe ist betont vorgeschoben und endet in hochgezogenen Mundwinkeln. Es formt sich das für die Ko-omote charakteristische jugendlich-unbekümmerte Lächeln. Die Wangen sind füllig, das leichte Doppelkinn wird auffallend plastisch formuliert. Der Ausdruck lieblicher, verinnerlichter Schönheit jedoch, wie ihn die überlieferten Abbilder (utsushi) der dem Schnitzer Tatsuemon (Ende 14. Jahrhundert) zugeschriebenen Prototypen (honmen) besitzen, ist bei dieser Maske einer derberen Nuance gewichen und läßt sie in die Nähe des Maskentyps der Manbi (Tausend Koketterien) rücken. Diese Maske verkörpert die sinnlich-erotischen Aspekte der Frauengestalten im Nô und wurde erstmals zu Beginn der Tokugawa-Zeit, als die Entstehung neuer Spiele neue Maskentypen erforderte, geschaffen. Die drei feinen, seitlich verlaufenden parallelen Haarsträhnen (kegaki) geben jedoch den eindeutigen Hinweis auf den Typ der Ko-omote, da sie bei der Maske der Manbi nicht vorkommen. Im Laufe der Tokugawa-Zeit bildeten sich die repräsentativen Frauenmasken für weibliche Hauptrollen innerhalb der großen Nô-Schulen heraus. Zwei Familien, Komparu und Kita, benutzen den Typ der Ko-omote bis heute dafür. Die anderen Schulen wählten Masken vom Ko-omote-Typ für ihre weiblichen Nebenrollen (tsure). Möglicherweise handelt es sich bei unserer unsignierten Maske um eine solche tsuremen. [SM8HF]

Landschaft

Landschaft

Eingebettet zwischen den monumentalen, hoch aufragenden Bergmassiven im Hintergrund und den sanften Hügeln und Baumgruppen im Vordergrund sind kleine, einfache Siedlungen zu sehen. Vereinzelte Figuren, die alltäglichen Tätigkeiten nachgehen, beleben die idyllische, ländliche Szene. Mittels haarfeiner Hanffaser-Strukturstriche sowie rhythmisch getupfter Moospunkte, die charakteristische Elemente der Literatenmalerei sind, vermochte der Künstler Plastizität und Volumenhaftigkeit der festen Erdmassen zu erzeugen. Subtile ockerbraune und hellgrüne Lavisflächen deuten auf die frühsommerliche Jahreszeit hin und verleihen der Darstellung eine wohltuende Frische. Die dezente Farbgebung evoziert zudem eine lyrische Atmosphäre. Matsumura Gekkei studierte ab 1781 die Malkunst und die Haikai-Dichtkunst beim berühmten Literatenmaler Yosa Buson (1716–1783). Im Jahre 1781 zog Gekkei von Kyoto nach Ikeda, einem kleinen Ort in der Nähe von Osaka, wo er bis 1789 blieb. Das Pseudonym Goshun legte er sich während dieser Zeit, in Anlehnung an den alten Namen Ikedas, zu. Das vorliegende Stellschirmpaar gehört zu den repräsentativsten Werken dieser frühen Schaffensperiode, in welcher der Einfluss Busons sich sehr stark bemerkbar macht. Vor allem in der Behandlung von Felsen sowie in der Charakterisierung von Figuren ist die Handschrift des prominenten Meisters deutlich erkennbar. Goshuns Tendenz zur lyrischen Bildstimmung, die ein Wesensmerkmal seines Werkes ist, tritt hier bereits deutlich zu Tage. Nach seiner Rückkehr aus Ikeda nach Kyoto in den Jahren 1788/89 trat Goshun in das Studio des äußerst populären Malers Maruyama Ōkyo (1733–1795) ein. Von Ōkyo übernahm Goshun den naturalistischen, dekorativen Malstil und verband ihn erfolgreich mit den Elementen der Literatenmalerei, die er von Buson gelernt hatte. Nach Ōkyos Tod im Jahre 1795 führte Goshun ein eigenes Studio, das sich an der Shijō-Straße in Kyoto befand und seiner Schule ihren Namen gab, der Shijō-Schule.