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Die daoistischen Unsterblichen Gama und Tekkai

Ident. Nr.: 2000-1

ObjID: obj:978443

Details (Expert)

Beteiligte
Werkstatt des Kano Motonobu (1476 - 1559),
Maler*in
Datierung
Muromachi-Zeit
2. Hälfte 16. Jh.
Weitere Titel
Sammlungstitel: Die daoistischen Unsterblichen Gama und Tekkai
Übersetzung: Daoist immortals Gama and Tekkai
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Material / Technik
Hängerolle, Tusche auf Papier
Abmessungen
Bildmaß: 128,7 x 157,5 cm

Objektbeschreibung

In den chinesischen daoistischen Legenden als Hou Xiansheng aufgeführt, wird der rechts im Bild gezeigte Unsterbliche in Japan Gama Sennin genannt, da er stets von einer dreibeinigen Kröte (j. gama) begleitet wird. Auch soll er eine krötenartige Haut und ein haarloses Gesicht gehabt haben, was zu seinem Spitznamen geführt hat. Der Spitzname Tekkai, wörtlich "Eisenstab", wurde abgeleitet vom Attribut des zweiten daoistischen Unsterblichen, einer Krücke aus Eisen. Li Tiekuai, wie Tekkai Sennin auf Chinesisch hieß, war ursprünglich ein junger, gut aussehender Daoist, der so begabt war, dass sogar Laozi ihn zuweilen zu sich rief, um sich mit ihm zu unterhalten. Eines Tages wurde Li Tiekuai wieder von Laozi zu sich gerufen, worauf er seinen sterblichen, menschlichen Körper einem Schüler zur Beaufsichtigung zurückließ. Aus Nachlässigkeit kam dem Schüler jedoch Lis Körper abhanden, so dass ihm bei seiner Rückkehr nichts anderes bleib, als mit dem Körper eines eben verstorbenen alten Bettlers vorliebzunehmen. Tekkai Sennin wird stets als zerlumpter, hässlicher Bettler mit einer eisernen Krücke dargestellt. In seiner ausgehauchten Atemwolke fliegt seine wahre Gestalt davon. Das ungewöhnlich breite Format dieses Bildes weist darauf hin, dass es ursprünglich direkt auf der Wand einer Bildnische angebracht und erst später als Hängerolle ummontiert wurde. Die strenge, klare Komposition und die prägnante Pinselsprache deuten auf die Umgebung von Kano Motonobu, dem Gründer der akademischen Kano-Schule, hin. Die exzentrischen Unsterblichen Gama und Tekkai gehören zu den beliebten Themen der Zen-buddhistischen Tuschemalerei.

Letzte Aktualisierung: 05.03.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Nô-Maske, Typ “Junge Frau“ (ko-omote)

Nô-Maske, Typ “Junge Frau“ (ko-omote)

Der Maskentyp des "Kleinen Gesichts" (ko-omote) wurde für die Darstellungen der anmutigen, jungen Frauengestalten in Drittspielen (Katsura Nô) geschaffen. Er spiegelt das weibliche Schönheitsideal der Heian-Zeit wider. Das ins rundliche gehende ovale Gesicht verjüngt sich zur Stirn hin und wird durch die aufgeschminkten, hoch angesetzten Augenbrauen zusätzlich gelängt. Die Augenwinkel verlaufen in einer geraden Linie, die Sehlöcher sind eckig. Die Nasenlöcher sind weich geformt, ähnlich wie der leicht geöffnete Mund, der die geschwärzten Zähne sichtbar werden läßt. Die Unterlippe ist betont vorgeschoben und endet in hochgezogenen Mundwinkeln. Es formt sich das für die Ko-omote charakteristische jugendlich-unbekümmerte Lächeln. Die Wangen sind füllig, das leichte Doppelkinn wird auffallend plastisch formuliert. Der Ausdruck lieblicher, verinnerlichter Schönheit jedoch, wie ihn die überlieferten Abbilder (utsushi) der dem Schnitzer Tatsuemon (Ende 14. Jahrhundert) zugeschriebenen Prototypen (honmen) besitzen, ist bei dieser Maske einer derberen Nuance gewichen und läßt sie in die Nähe des Maskentyps der Manbi (Tausend Koketterien) rücken. Diese Maske verkörpert die sinnlich-erotischen Aspekte der Frauengestalten im Nô und wurde erstmals zu Beginn der Tokugawa-Zeit, als die Entstehung neuer Spiele neue Maskentypen erforderte, geschaffen. Die drei feinen, seitlich verlaufenden parallelen Haarsträhnen (kegaki) geben jedoch den eindeutigen Hinweis auf den Typ der Ko-omote, da sie bei der Maske der Manbi nicht vorkommen. Im Laufe der Tokugawa-Zeit bildeten sich die repräsentativen Frauenmasken für weibliche Hauptrollen innerhalb der großen Nô-Schulen heraus. Zwei Familien, Komparu und Kita, benutzen den Typ der Ko-omote bis heute dafür. Die anderen Schulen wählten Masken vom Ko-omote-Typ für ihre weiblichen Nebenrollen (tsure). Möglicherweise handelt es sich bei unserer unsignierten Maske um eine solche tsuremen. [SM8HF]

Landschaft

Landschaft

Eingebettet zwischen den monumentalen, hoch aufragenden Bergmassiven im Hintergrund und den sanften Hügeln und Baumgruppen im Vordergrund sind kleine, einfache Siedlungen zu sehen. Vereinzelte Figuren, die alltäglichen Tätigkeiten nachgehen, beleben die idyllische, ländliche Szene. Mittels haarfeiner Hanffaser-Strukturstriche sowie rhythmisch getupfter Moospunkte, die charakteristische Elemente der Literatenmalerei sind, vermochte der Künstler Plastizität und Volumenhaftigkeit der festen Erdmassen zu erzeugen. Subtile ockerbraune und hellgrüne Lavisflächen deuten auf die frühsommerliche Jahreszeit hin und verleihen der Darstellung eine wohltuende Frische. Die dezente Farbgebung evoziert zudem eine lyrische Atmosphäre. Matsumura Gekkei studierte ab 1781 die Malkunst und die Haikai-Dichtkunst beim berühmten Literatenmaler Yosa Buson (1716–1783). Im Jahre 1781 zog Gekkei von Kyoto nach Ikeda, einem kleinen Ort in der Nähe von Osaka, wo er bis 1789 blieb. Das Pseudonym Goshun legte er sich während dieser Zeit, in Anlehnung an den alten Namen Ikedas, zu. Das vorliegende Stellschirmpaar gehört zu den repräsentativsten Werken dieser frühen Schaffensperiode, in welcher der Einfluss Busons sich sehr stark bemerkbar macht. Vor allem in der Behandlung von Felsen sowie in der Charakterisierung von Figuren ist die Handschrift des prominenten Meisters deutlich erkennbar. Goshuns Tendenz zur lyrischen Bildstimmung, die ein Wesensmerkmal seines Werkes ist, tritt hier bereits deutlich zu Tage. Nach seiner Rückkehr aus Ikeda nach Kyoto in den Jahren 1788/89 trat Goshun in das Studio des äußerst populären Malers Maruyama Ōkyo (1733–1795) ein. Von Ōkyo übernahm Goshun den naturalistischen, dekorativen Malstil und verband ihn erfolgreich mit den Elementen der Literatenmalerei, die er von Buson gelernt hatte. Nach Ōkyos Tod im Jahre 1795 führte Goshun ein eigenes Studio, das sich an der Shijō-Straße in Kyoto befand und seiner Schule ihren Namen gab, der Shijō-Schule.