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Frischwassergefäß (mizusashi)

Ident. Nr.: 1190

ObjID: obj:978455

Schenkung Wilhelm v. Bode

Details (Expert)

Datierung
Edo (Tokugawa)-Zeit
17. Jahrhundert
Abmessungen
Höhe: 13,4 cm
Durchmesser: max. 23,5 cm
Erwerbung
Schenkung

Objektbeschreibung

Das auf dem Boden des schweren, groben Wassergefäßes gemalte Schriftzeichen iwao (Felsen) formuliert die Absicht des Töpfers, ein wie aus Stein gehauenes Stück zu schaffen. Zwei gegenüberliegende Wände des mizusashi sind zu den Oberkanten hin zackig eingekerbt und halten eine gelungene Spannung im Umriss der ansonsten schlichten und ungekünstelten Gefäßform. Der zum Wassergefäß gehörige Lackdeckel ist entsprechend passgenau gearbeitet. Diese Art gezielter Formgebung ist charakteristisch für die Teekeramik der Edo-Zeit unter Einfluss des Teemeisters Kobori Enshû (1579-1647), dessen eleganter Stil der Teezeremonie im Gegensatz zur schnörkellosen Einfachheit von Sen no Rikyûs (1522 bis 1591) Auffassung des zeremoniellen Teetrinkens steht. Der rötlich-graue Scherben des Berliner Wassergefäßes weist auf seine Entstehung in Echizen oder Tokoname (heutige Präfektur Aichi) hin. Dort stellte man bereits seit dem Mittelalter unglasierte, ziemlich große Gebrauchskeramik her. In der Momoyama-Zeit, und dann wieder verstärkt in der 2. Hälfte der Edo-Zeit, wurde in Tokoname ebenfalls Keramik für die Teezeremonie gefertigt. Der Schwerpunkt lag auch hier auf unglasierten, sehr gut gebrannten (yakishime) Stücken, die dadurch steinhart sowie wasserundurchlässig wurden. Das Berliner mizusashi ist dafür ein gutes Beispiel. Der Typ des mizusashi ist eines der wichtigsten Gefäße in der Teezeremonie. In ihm wird das Wasser zur Teebereitung aufbewahrt. [SM8HF]

Letzte Aktualisierung: 17.02.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Der Thronsitz und der zugehörige dreiteilige Paravent stellen unter den erhaltenen Arbeiten mit Perlmuttereinlagen aus den kaiserlichen Werkstätten das Hauptwerk der beginnenden Ära Kangxi (1662–1722) dar. Die reichen szenischen Darstellungen auf den goldgrundigen Bildfeldern der Schauseiten gelangen durch die virtuose Anwendung von zahllosen rosa, violett und grün changierenden Perlmutterteilchen (frz. laque burgautée) zu einem Farbspiel von grandioser Wirkung. Sie wird gesteigert durch die in großer Mannigfaltigkeit gestalteten Bordüren des Rahmenwerkes, die eine staunenswerte technische Meisterschaft und Größe des künstlerischen Entwurfs offenbaren. Die verschwenderische Fülle des Dekors dieses Ensembles bringt Wünsche für langes Leben und Glück verheißende Botschaften aller Art zum Ausdruck Das Hauptthema der Bildfelder auf den Innenseiten von Arm- und Rückenlehnen des Thronsitzes sowie der drei großen Bildfelder der Schauseite des Paravents ist das daoistische »Westliche Paradies«, das von Xiwangmu, der Königinmutter des Westens, beherrscht wird. Ausschnitthaft geben die Darstellungen auf dem Thronsitz die Gebirgs- und Seenlandschaft mit Terrassen, Pavillons und Palästen wieder, die auf dem Paravent in voller majestätischer Große erscheint. Gezeigt wird die Ankunft der Königinmutter des Westens, Xiwangmu, die auf einem Phönix reitend in die Paradieslandschaft herabkommt, wo die Unsterblichen ihrer harren. In den Darstellungen auf dem Thronsitz und dem Paravent erwarten sie die »Acht daoistischen Unsterblichen« an prominenter Stelle. Auf der Mitteltafel des Paravents sind sie auf der großen zentralen Terrasse vereint, zahlreiche weitere Unsterbliche beleben zu Wasser und zu Lande die paradiesische Landschaft. Auf den beiden Innenseiten der Thron-Armlehnen schreiten jeweils vier der »Acht daoistischen Unsterblichen« auf die zentrale Terrasse zu, wo die Göttin erwartet wird. Thronsitz und Paravent wurden 1924 durch einen französischen Kaufmann von chinesischen Vorbesitzern in Tianjin, Provinz Shandong, erworben. Wie aus einem damals beigegebenen chinesischen Dokument hervorgeht, stammt das Ensemble aus dem kaiserlichen Reisepalast von Panshan im Bezirk Jizhou, Provinz Zhili (heutige Provinz Hebei), den die Mandschu-Kaiser auf ihren Reisen in ihre Sommerfrische in Chengde, etwa 250 Kilometer nordöstlich von Beijing, benutzten. Unter den Kaisern Kangxi (reg. 1662–1722), Yongzheng (reg. 1723–1735) und Qianlong (reg. 1736–1795) erlebte China eine mehr als hundertjährige Blütezeit und erreichte die größte territoriale Ausdehnung in seiner Geschichte. Die Einzigartigkeit und Erhabenheit der Kaiser fand auch in der Bildkunst ihren Niederschlag. In vielfältigen Rollen kaiserlicher Repräsentation begegnen uns auf zahlreichen Bildern die Kaiser thronend in prächtiger Staatsrobe, bei kaiserlichem Zeremoniell, als Literaten und Connaisseure, als Jäger und auch als religiöse Heilsgestalt. Das Thema auf dem Thronsitz und Paravent lässt die herrscherliche Autorität der sich auf das Mandat des Himmels gründenden Regierung des Kaisers in besonderem Lichte erscheinen und unterlegt den Wunsch, dass sie ewig währen möge. Nahm der Kaiser auf dem Thronsitz Platz, saß er im Zentrum des Paradieses der Unsterblichen und wurde sozusagen ein Teil desselben. [SM8HF]