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Sattel (kura) mit Drachendekor

Ident. Nr.: 4163

ObjID: obj:978554

Details (Expert)

Datierung
Azuchi Momoyama-Zeit
dat. 1594
Geografische Bezüge
Abmessungen
Andere Maße: Höhe des Vorderzwiesel: 27,5 cm
Andere Maße: Höhe des Hinterzwiesel: 27 cm, Länge des Sitzes: 36 cm

Objektbeschreibung

Auf dem mit Goldlack überzogenen "Birnenschalen-Grund" (nashiji) befindet sich an der Frontseite beider Zwiesel jeweils die lebendig gestaltete Darstellung eines Drachen, der aus dem Wellenmeer auftaucht. Beide Tierleibe sind als "erhabenes Streulack-Bild" (takamakie) in Gold gearbeitet. Leuchtendrote, flammenartige Schweife um die Beine der Drachen setzen einen reizvollen Akzent. Sie sind als "flaches Streubild" (hiramakie) gestaltet, ebenso wie die Krallen der Tiere in Silber. Die Schaumkronen der stilisierten, dekorativen Meereswogen heben sich in Schwarzlackmalerei vom goldenen nashiji-Grund ab. Aufgelegte, rechteckige Goldplättchen (kirigane) an den Rundungen der Wogen schaffen zusätzliche Lichteffekte. Die Innenseite der Drachenohren und die Zungen sind mit Rotlack aufgemalt. Bemerkenswert ist die realistische Darstellung der Augen: Unter einer konvexen Glaslinse sind die schwarzen Pupillen auf weissem Grund gemalt. Alle weiteren Außenflächen, einschließlich der Trachten, sind mit nashiji von Gold überzogen, ohne weiteren Dekor. Die Unterseite der Trachten sind partiell mit Gewebe bezogen. Dieser Typ Sattel wird yamato-gura oder wagura (Sattel im japanischen Stil) genannt, in Abgrenzung zum zeitlich früheren karakura-Typ (Sattel im chinesischen Stil). Während karakura-Sättel ausschließlich bei zeremoniellen Anlässen benutzt wurden, sind Sättel des vorliegenden Typs in Schlachten eingesetzt worden. [SM8HF]

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Kaiserlicher Thronsitz

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Der Thronsitz und der zugehörige dreiteilige Paravent stellen unter den erhaltenen Arbeiten mit Perlmuttereinlagen aus den kaiserlichen Werkstätten das Hauptwerk der beginnenden Ära Kangxi (1662–1722) dar. Die reichen szenischen Darstellungen auf den goldgrundigen Bildfeldern der Schauseiten gelangen durch die virtuose Anwendung von zahllosen rosa, violett und grün changierenden Perlmutterteilchen (frz. laque burgautée) zu einem Farbspiel von grandioser Wirkung. Sie wird gesteigert durch die in großer Mannigfaltigkeit gestalteten Bordüren des Rahmenwerkes, die eine staunenswerte technische Meisterschaft und Größe des künstlerischen Entwurfs offenbaren. Die verschwenderische Fülle des Dekors dieses Ensembles bringt Wünsche für langes Leben und Glück verheißende Botschaften aller Art zum Ausdruck Das Hauptthema der Bildfelder auf den Innenseiten von Arm- und Rückenlehnen des Thronsitzes sowie der drei großen Bildfelder der Schauseite des Paravents ist das daoistische »Westliche Paradies«, das von Xiwangmu, der Königinmutter des Westens, beherrscht wird. Ausschnitthaft geben die Darstellungen auf dem Thronsitz die Gebirgs- und Seenlandschaft mit Terrassen, Pavillons und Palästen wieder, die auf dem Paravent in voller majestätischer Große erscheint. Gezeigt wird die Ankunft der Königinmutter des Westens, Xiwangmu, die auf einem Phönix reitend in die Paradieslandschaft herabkommt, wo die Unsterblichen ihrer harren. In den Darstellungen auf dem Thronsitz und dem Paravent erwarten sie die »Acht daoistischen Unsterblichen« an prominenter Stelle. Auf der Mitteltafel des Paravents sind sie auf der großen zentralen Terrasse vereint, zahlreiche weitere Unsterbliche beleben zu Wasser und zu Lande die paradiesische Landschaft. Auf den beiden Innenseiten der Thron-Armlehnen schreiten jeweils vier der »Acht daoistischen Unsterblichen« auf die zentrale Terrasse zu, wo die Göttin erwartet wird. Thronsitz und Paravent wurden 1924 durch einen französischen Kaufmann von chinesischen Vorbesitzern in Tianjin, Provinz Shandong, erworben. Wie aus einem damals beigegebenen chinesischen Dokument hervorgeht, stammt das Ensemble aus dem kaiserlichen Reisepalast von Panshan im Bezirk Jizhou, Provinz Zhili (heutige Provinz Hebei), den die Mandschu-Kaiser auf ihren Reisen in ihre Sommerfrische in Chengde, etwa 250 Kilometer nordöstlich von Beijing, benutzten. Unter den Kaisern Kangxi (reg. 1662–1722), Yongzheng (reg. 1723–1735) und Qianlong (reg. 1736–1795) erlebte China eine mehr als hundertjährige Blütezeit und erreichte die größte territoriale Ausdehnung in seiner Geschichte. Die Einzigartigkeit und Erhabenheit der Kaiser fand auch in der Bildkunst ihren Niederschlag. In vielfältigen Rollen kaiserlicher Repräsentation begegnen uns auf zahlreichen Bildern die Kaiser thronend in prächtiger Staatsrobe, bei kaiserlichem Zeremoniell, als Literaten und Connaisseure, als Jäger und auch als religiöse Heilsgestalt. Das Thema auf dem Thronsitz und Paravent lässt die herrscherliche Autorität der sich auf das Mandat des Himmels gründenden Regierung des Kaisers in besonderem Lichte erscheinen und unterlegt den Wunsch, dass sie ewig währen möge. Nahm der Kaiser auf dem Thronsitz Platz, saß er im Zentrum des Paradieses der Unsterblichen und wurde sozusagen ein Teil desselben. [SM8HF]

Vortrefflicher Anblick unseres prosperierenden Zeitalters (Kidai Shōran)

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Diese Stadtlandschaft zeigt den nördlichen Abschnitt der wichtigsten Einkaufsstraße der Stadt Edo, der von der Imagawa-Brücke im Bezirk Kanda bis zur berühmten Nihonbashi-Brücke führt. Eng aneinander gereiht stehen die verschiedensten Geschäfte, darunter auch der Hauptsitz des Stoff- und Bekleidungsgeschäfts Mitsui Echigoya, das heute unter dem Namen Mitsukoshi weltweit als Warenhaus bekannt ist. Mit akribischer Genauigkeit, erfrischendem Humor und großer Liebe zum Detail werden eine Vielfalt von landwirtschaftlichen und handwerklichen Produkten sowie eine enorme Zahl von Geschäften, Verkaufsständen und Gebäuden abgebildet. Wohl nachträglich aufgebrachte Titelkartuschen nennen den jeweiligen Standort. Auf der Hauptstraße und den Nebengassen tummeln sich Menschen unterschiedlichster Berufe, Altersstufen und Stände. Von Samurai bis zu Bettlern, von vornehmen Bürgersfrauen bis zu Dirnen, von Mönchen bis zu Straßenhändlern ist das gesamte Spektrum der städtischen Bevölkerung vertreten.Das Bild trägt weder eine Signatur noch eine Datierung, doch weisen bestimmte Details auf eine Entstehung um das Jahr 1805. Die entsprechende Jahresangabe Bunka 2 findet sich im Zusammenhang mit dem Tempelnamen Ekōin als Aufschrift auf der Kiste eines Lastenträgers. Er bildet den Abschluss des Gefolges eines Mönchs, der wohl Spenden für den Bau der Haupthalle dieses Tempels sammelt. Die Bezeichnung „Haupthalle“ hondō ist auf der Fahne eines weiteren Begleiters zu erkennen. Der insgesamt vier Personen umfassenden Gruppe vor dem Buchladen Suharaya unweit der Ortsbezeichnung Surugachō, folgen drei ältere Frauen, wohl Laienanhänger des Tempels, welche die Bittprozession durch das Schlagen von Handglocken akustisch untermalen. Der Entstehungszeitraum der Rolle wird ferner durch das Todesjahr des 1814 verschiedenen Schreibers der Titelkalligraphie, Sano Tōshū, eingegrenzt.Aufgrund der hervorragenden malerischen Qualität und des bemerkenswerten Formats der Bildrolle (12 Meter lang und 44 cm hoch) kann angenommen werden, dass ein potenter Auftraggeber, der sich besonders für das Alltagsleben der Hauptstadtbewohner interessierte, dieses dokumentarische Werk speziell bei einem Malatelier anfertigen ließ. Als wahrscheinlichste Kandidaten gelten Mitglieder der Kaufmannsfamilie Mitsui, Eigentümer des Echigoya, oder Mitglieder der Aristokratie, die sich nicht unter das Volk mischen, aber eine Anschauung von dessen Leben sehen und besitzen wollten.Die Informationsfülle und die Lebendigkeit der Darstellung sind einzigartig. Die Darstellung von Stadttopographien hat aber eine Tradition, die wenigstens bis in das 16. Jahrhundert zurückreicht und vor allem durch Darstellungen der Sehenswürdigkeiten Kyotos belegt ist. Aus der Titelkartusche geht hervor, dass diese bis vor wenigen Jahren in Berliner Privatbesitz tradierte Bildrolle zu einem zwei- oder gar dreiteiligen Set gehört. Hinweise auf den Verbleib der anderen Rolle/n sind dringend erwünscht. Ein Faksimile dieser Rolle ist seit 2011 in einem Schaufenster des Kaufhauses Mitsukoshi ausgestellt, das in einer Untergrundpassage auf die U-Bahn-Station Mitsukoshi-mae weist und täglich von Tausenden Menschen passiert wird. [SM8HF]