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Strokes 81-10

Ident. Nr.: 90015-1999-16

ObjID: obj:982258

Details (Expert)

Beteiligte
Hara Takeshi 原健 (1942),
Künstler*in
Datierung
ca. 1980
Geografische Bezüge
Abmessungen
Blattmaß: 45,0 x 37,8 cm

Objektbeschreibung

Takeshi Hara, der in Nagoya geboren wurde und heute in Tôkyô lebt und arbeitet, hat nur ein Motiv, auf das er sich in seinen druckgrafischen Arbeiten beschränkt und welches er seit den 1970er Jahren ausschließlich wiederholt: Striche. In erstaunlicher Variationsbreite präsentieren sich die Bilder, obgleich sie einen immer ähnlich aufgebauten Bewegungsduktus von breiten, von oben nach unten führenden, zickzackförmigen Pinselstrichen zeigen. Hara erreicht jedoch durch eine große Spannbreite fein nuancierter Farben und durch zusätzlich eingesetzte Glimmereffekte, im vorliegenden Blatt ist es feiner Silberstaub, vielfältige Wirkungen. Die Verbindung und das Spiel zwischen changierendem Licht und linearer Bewegung aufzuzeigen, scheint Haras Anliegen zu sein. Dabei formuliert er jedesmal mit einem Höchstmaß an Objektivität seine dennoch ganz persönliche kalligrafische Formel. Haras Motivschatz enstammt der kalligrafischen Tradition Ostasiens. Die Bewegungen von Pinsel und Tusche seinen Werken atmen jedoch nicht den spontanen, an- und abschwellenden, lebendigen Tuscheauftrag der traditionellen Tuschemalerei, sondern sie besitzen das plakative Moment und den grellen Schwung der Pop-Art. Damit gelingt es Hara, die eigenen kulturellen Bildtraditionen mit westlichen Auffassungen zu verbinden. Takeshi Haras Medien der künstlerischen Umsetzung sind zumeist die Radierung, der Siebdruck oder, wie hier, die Lithografie. Alle drei Druckverfahren sind in Japan seit den späten 1960er Jahren neben dem traditionellen Holzschnitt zu den bevorzugten Drucktechniken geworden. Takeshi Haras Vorliebe für die Lithografie entspringt der Möglichkeit, mit dieser Technik eine brillante Farbigkeit und sanfte Oberfläche zu schaffen.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Kaiserlicher Thronsitz

Kaiserlicher Thronsitz

Der Thronsitz und der zugehörige dreiteilige Paravent stellen unter den erhaltenen Arbeiten mit Perlmuttereinlagen aus den kaiserlichen Werkstätten das Hauptwerk der beginnenden Ära Kangxi (1662–1722) dar. Die reichen szenischen Darstellungen auf den goldgrundigen Bildfeldern der Schauseiten gelangen durch die virtuose Anwendung von zahllosen rosa, violett und grün changierenden Perlmutterteilchen (frz. laque burgautée) zu einem Farbspiel von grandioser Wirkung. Sie wird gesteigert durch die in großer Mannigfaltigkeit gestalteten Bordüren des Rahmenwerkes, die eine staunenswerte technische Meisterschaft und Größe des künstlerischen Entwurfs offenbaren. Die verschwenderische Fülle des Dekors dieses Ensembles bringt Wünsche für langes Leben und Glück verheißende Botschaften aller Art zum Ausdruck Das Hauptthema der Bildfelder auf den Innenseiten von Arm- und Rückenlehnen des Thronsitzes sowie der drei großen Bildfelder der Schauseite des Paravents ist das daoistische »Westliche Paradies«, das von Xiwangmu, der Königinmutter des Westens, beherrscht wird. Ausschnitthaft geben die Darstellungen auf dem Thronsitz die Gebirgs- und Seenlandschaft mit Terrassen, Pavillons und Palästen wieder, die auf dem Paravent in voller majestätischer Große erscheint. Gezeigt wird die Ankunft der Königinmutter des Westens, Xiwangmu, die auf einem Phönix reitend in die Paradieslandschaft herabkommt, wo die Unsterblichen ihrer harren. In den Darstellungen auf dem Thronsitz und dem Paravent erwarten sie die »Acht daoistischen Unsterblichen« an prominenter Stelle. Auf der Mitteltafel des Paravents sind sie auf der großen zentralen Terrasse vereint, zahlreiche weitere Unsterbliche beleben zu Wasser und zu Lande die paradiesische Landschaft. Auf den beiden Innenseiten der Thron-Armlehnen schreiten jeweils vier der »Acht daoistischen Unsterblichen« auf die zentrale Terrasse zu, wo die Göttin erwartet wird. Thronsitz und Paravent wurden 1924 durch einen französischen Kaufmann von chinesischen Vorbesitzern in Tianjin, Provinz Shandong, erworben. Wie aus einem damals beigegebenen chinesischen Dokument hervorgeht, stammt das Ensemble aus dem kaiserlichen Reisepalast von Panshan im Bezirk Jizhou, Provinz Zhili (heutige Provinz Hebei), den die Mandschu-Kaiser auf ihren Reisen in ihre Sommerfrische in Chengde, etwa 250 Kilometer nordöstlich von Beijing, benutzten. Unter den Kaisern Kangxi (reg. 1662–1722), Yongzheng (reg. 1723–1735) und Qianlong (reg. 1736–1795) erlebte China eine mehr als hundertjährige Blütezeit und erreichte die größte territoriale Ausdehnung in seiner Geschichte. Die Einzigartigkeit und Erhabenheit der Kaiser fand auch in der Bildkunst ihren Niederschlag. In vielfältigen Rollen kaiserlicher Repräsentation begegnen uns auf zahlreichen Bildern die Kaiser thronend in prächtiger Staatsrobe, bei kaiserlichem Zeremoniell, als Literaten und Connaisseure, als Jäger und auch als religiöse Heilsgestalt. Das Thema auf dem Thronsitz und Paravent lässt die herrscherliche Autorität der sich auf das Mandat des Himmels gründenden Regierung des Kaisers in besonderem Lichte erscheinen und unterlegt den Wunsch, dass sie ewig währen möge. Nahm der Kaiser auf dem Thronsitz Platz, saß er im Zentrum des Paradieses der Unsterblichen und wurde sozusagen ein Teil desselben. [SM8HF]