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Maria aus einer Verkündigungsdarstellung

Ident. Nr.: Id 1196

ObjID: obj:1019768

Details (expert)

Date(s)
3. Viertel 15. Jahrhundert
Material / Technique
Glas farblos; Silbergelb, Schwarzlot
Dimensions
Höhe x Breite: 15,8 x 12,2 cm

Object Description

Maria kniet mit einem Buch am Betpult, das hinter ihr ausgespannte Ehrentuch ist kaum noch zu erkennen. Mit anmutig geneigtem Haupt und demütig an die Brust gelegter Hand bekundet sie ihr Einverständnis mit Gottes Plan. Die Strahlen der über ihr schwebenden Taube versinnbildlichen Gottes Wort und den Moment der Inkarnation. Zu der Darstellung gehörte höchstwahrscheinlich ein Pendant mit dem Verkündigungsengel, das wohl gleichfalls dem üblichen Bildtypus folgte.
Das flüssig gezeichnete und zart kolorierte kleine Glasgemälde erweist sich nicht zuletzt durch den ein wenig flüchtigen Auftrag des Silbergelbs als Routinearbeit. Nach dem Faltenwurf des Gewandes mit schmalen eckig umbrechenden Stegen sowie nach dem Figuren- und Kopftyp, dem schmalen zarten Gesicht mit der hohen durch die ausgezupften Haare betonten Stirn zu schließen, dürfte sie im dritten Viertel des 15. Jahrhunderts am Niederrhein entstanden sein.
CVMA 98733

Last updated: 01.10.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Die wie lavierend nur flüchtig angedeutete Flusslandschaft bildet die Folie für die scharf konturierte Figurengruppe mit dem Früchte beladenen Baum im Zentrum. An seinem Stamm windet sich die Schlange empor. Sie fixiert lauernd-verschlagen Eva, die Adam den Apfel reicht und ihn zum Übertreten des Verbots auffordert.Die Darstellung folgt einem Holzschnitt Hans Sebald Behams aus den „Biblischen Historien“, die 1533, ein Jahr nach seiner Übersiedelung nach Frankfurt, von dem dort ansässigen Verleger Christian Egenolf gedruckt wurde. Die Zeichnung ist in flüssigen Linien, die Modellierung weich und malerisch in zarten, gelegentlich durch Schraffuren akzentuierten Halbtönen angelegt, die, gestupft oder breit mit dem Pinsel aufgetragen, die Oberflächenbeschaffenheit der Materialien nachahmen. Die Souveränität des Glasmalers zeigt sich nicht zuletzt daran, dass er anders als der Holzschnitt mit dem beredten Austausch der Blicke und Gesten auch die Dramatik des Handlungsmoments zum Ausdruck bringt. Adams Scham verbirgt er zudem unter einem Feigenblatt.Die kongeniale Umsetzung der Vorlage ist am ehesten Augustin Hirsvogel (1503–1553) zuzutrauen, dem jüngsten Sohn des 1525 verstorbenen Nürnberger Stadtglasers Veit Hirsvogel d. Ä. Für diese Annahme sprechen beispielsweise die spezifische Gestaltung etwa der Laubkronen mit einzeln abstehenden trockenen Ästen oder des knorrigen Baumstamms mit Astlöchern und rissiger Rinde, die genauso auf den Zeichnungen und Stichen Augustins begegnen. Die kleine Rundscheibe müsste er noch in seiner Nürnberger Zeit kurz nach Erscheinen der Holzschnitte ausgeführt haben. CVMA 98781