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Diorama mit Krippe

Ident. Nr.: W-1971,88

ObjID: obj:905512

Details (expert)

Date(s)
1. Hälfte 18. Jahrhundert
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: Frankreich

Object Description

Begrenzt von zwei seitlich angebrachten Spiegeln ist vor einer im kolorierten Stich wiedergegebenen Ruinenlandschaft ein zerfallenes Stallgebäude mit der heiligen Familie aufgestellt.Von links nähern sich die drei Königr, von rechts die Hirten, begleitet von anderen Figuren im Schäferkostüm, Lämmern und kleinen Hunden. Auf einem Teich links im Vordergrund schwimmen Schwäne. Blüten und Muscheln bedecken die wellig ansteigende Grasnarbe. Vorn am Rand hockt ein Kaninchen.
Wenn auch die Figürchen, die in den Glashütten von Nevers in großen Mengen hergestellt wurden, ihre Vorbilder letztlich in Murano haben, waren es doch Glasmacher aus Altare, die hier, wie in vielen anderen Städten Frankreichs, eine Glasindustrie aufbauten. Es sind die Saroldi Castellani und Borniol, denen Nevers die nicht ganz zutreffende Bezeichnung eines "Petit Murano" verdankt. Die Akten und Urkunden oder auch Reiseberichte nennen: Männer, Frauen, Musikanten, Fabelwesen, Andachtsfiguren, heidnische Götter, Liebesgötter, Christusfiguren, Körbchen, Blumensträuße, Blumen, Schmetterlinge, Schwäne, "qui vons sur laux" (!), Hunde und Vögel (nach Barrelet, w.u.). Oft sind die Figürchen zu umfangreichen Ensembles vereint.
aus A. Dreier, Venezianische Gläser, KGM Berlin, 1989, Kat. Nr. 161

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa