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Bock-Spiralranken-Teppich

Ident. Nr.: 1889,4

ObjID: obj:1521099

Details (expert)

Date(s)
Ende 16. Jahrhundert
Datierung engl.: late 16th century
Additional titles
Bock-Spiralranken-Teppich
Translation: Bock-Spiral-Vines-Carpet
Geographical references
Herkunft (Allgemein): Iran,
Land
Dimensions
Breite: 102 cm
Rahmenmaß: 195 x 110 x 3 cm

Object Description

Fragment eines sogenannten Spiralranken-Teppichs. Auf einem weißen Grund im Mittelfeld sind zwei verschiedene Rankensysteme zu erkennen. Eine rote Spiralranke ist kreuzförmig gegliedert. Verschiedene stilisierte Blüten sind sichtbar, u. a. Palmettblüten. Die Ranken enden mit Gabelblättern. Das zweite Rankesystem besteht aus Spiralranken mit kleinen Kelchblüten und weiteren stilisierten Blüten.
Das Ornament ist aus der Buch- und Holzkunst der Timuriden (15.–16. Jahrhundert) bekannt und gibt dementsprechend einen Hinweis auf eine frühe Datierung ins frühe 16. Jahrhundert. Der braungrundige Zwickel ist mit einem hellen Gabelblattmotiv verziert, der von einer filigranen hellblauen Blütenranke umgeben ist. Eine angeschnittene Lotusblüte am Rande des Zwickels weist ebenfalls auf eine frühe Datierung hin.
Die Hauptbordüre mit rotem Grund zeigt eine ebenfalls hellblaue Blütenranke mit Lotus – und Palmettblüten. Die Nebenbordüren weisen die gleiche Musterung einer Spiralranke auf, nur einmal auf dunkelblauem und einmal auf ockerfarbenem Grund.
Der Teppich könnte in die Zeit des Schah Ismail (1501 -1524) datieren und wäre somit der früheste persische Teppich der Berliner Sammlung. 1889 wurde der Teppich vom Kunstgewerbe Museum erworben. Benannt ist er nach seinem ursprünglich Besitzer Franz Bock.

Last updated: 30.07.2026

Contact

Institution:

Museum für Islamische Kunst

Additional items from the collections

Formgeblasener Kasten aus farblosem Glas mit geschnittenem und geschliffenem Dekor; außerdem zwei Scharnieren und einem unvollständigen Verschluss aus Kupferlegierung. In den Deckel des Kastens sind konzentrische Kreise eingeschliffen, in deren Mitte jeweils die Scharniere befestigt sind. Zwischen den beiden Kreisen befindet sich ein abgetreppter länglich-ovaler Dekor, in dem die winzige Bohrung für den jetzt verlorenen Verschluss sichtbar ist. Auf der Unterseite ist das länglich-ovale Muster viermal wiederholt, außen breiter und innen schmaler gearbeitet. Vorne in der Mitte befindet sich der Beschlag mit einem kleinen Stift für den (verlorenen) Verschluss. Der Kasten wurde als flaschenähnliches Gebilde in eine Form geblasen und anschließend in zwei gleiche Hälften geschnitten. Dabei entstanden vor allem innen zahlreiche kleine Ausbrüche und Absplitterungen. Die beiden Schmalseiten, also ursprünglich die »Böden«, zeigen Reste der abgearbeiteten Heftnarben. An der Unterseite sind leichte Kratz- und Gebrauchsspuren.Das Stück ist im Stil der üblichen Schreibkästen gearbeitet. Allerdings gelangten solche Kästen als Reliquienbehältnisse nach Europa, wie ein ähnlich dekorierter Kasten im Dom von Capua (Italien) zeigt. Das klare, farblose Glas imitiert den kostbareren Bergkristall, der sich zur Zeit der Fatimidenherrschaft in Ägypten größter Beliebtheit erfreute. Die ursprüngliche Funktion des Stückes ist unbekannt, obwohl sich etliche, meist kleinere Kästen erhalten haben, allerdings ohne Inhalt.

Vollständig erhaltener Kasten aus Elfenbein. Der rechteckige Kasten mit pultförmigem Deckel weist einen Kern aus Holzplatten auf, der ursprünglich wohl mit einem Textil ausgeschlagen wurde. Die Außenseite, die aus Elfenbeinplatten besteht, ist mit grüner, brauner und goldener Malerei verziert, die schwarz konturiert ist. Zu erkennen sind auf der Vorderseite zwei Medaillons mit jeweils einem Rankensystem gefüllt, die von Vögeln flankiert werden, darunter Wiedehopfe und Pfauen sowie Jagdhunde, die ein Rankenmotiv im Zentrum erfassen. Die Rückseite weist drei Medaillons auf, wobei das mittlere Medaillon mit einer stilisierten Löwendarstellung gefüllt und ebenfalls von Vögeln flankiert ist, während die beiden anderen Medaillons Rankenmotive zeigen. Die Schmalseiten sind identisch. Wiedergegeben ist eine Harfenspielerin in einem Medaillon, ebenfalls von Vögeln umgeben. Der schmale Rand des Deckels ist frontal mit einer Inschrift im Kufi-Duktus verziert und geht in Vogel- und vegetabile Motive über. Der Dekor an den Schrägseiten des Deckels weist ebenfalls Medaillons auf, die Rankenwerke und Gazellen zeigen, die wiederum teils von Vögeln, teils von Jagdhunden flankiert werden. Die Deckeloberseite wird von zwei stilisierten Löwen, jeweils in einem Medaillon und von Vögeln umgeben verziert. Die Messingscharniere sind lanzenförmig und vergoldet. An der Oberseite ist ein vergoldeter Griff befestigt, während an der Vorderseite ein Schloss mittig angebracht ist. Dieser Kasten gehört zu einer Gruppe von größeren und kleineren Kästen (vgl. I. 586, K 3103), die womöglich in Sizilien oder Süditalien hergestellt wurden, wobei ähnliche Kästen auch aus Spanien bekannt sind. Sie sind in Kirchenschätzen als Reliquienbehälter verwendet worden, aber wahrscheinlich auch als diplomatische Geschenke. Die Auftraggeber für solche Objekte stammten vermutlich aus dem höfischen Milieu.