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Ident. Nr.: I. 6181

ObjID: obj:1523059

Details (expert)

Date(s)
um 740
Datierung engl.: c. 740
Dynastie: Umaiyaden
Dynastie - engl.: Umayyads
Geographical references
Herkunft (Allgemein): Jordanien,
Land
Fundort: Mschatta,
Ort
Material / Technique
Kalkstein, geschnitten
Dimensions
Höhe: 78 cm
Breite: 65 cm
Tiefe: 52 cm

Object Description

Fragment einer Statue aus Kalkstein. Erhalten sind der Unterkörper und die Oberschenkel einer nackten weiblichen Skulptur. Weshalb die Figur nicht vollendet und verworfen wurde, ist nicht bekannt. Der gerundete Bauch, das Gesäß und die kräftigen Oberschenkel sind ähnlich auch bei dem großen Fragment I. 6172 zu finden. Am linken Oberschenkel ist zudem ein unbearbeitetes Steinstück erhalten, das vielleicht für eine Hand oder einen Gewandzipfel vorgesehen war. Wie bei den anderen weiblichen Statuen (I. 6172 und J. 16583 im Nationalmuseum in Amman, Jordanien) ist auch hier eine spätere Beschädigung der Schamgegend festzustellen. Diese hatte mehrfach zur Interpretation des Fragments als männlicher Skulptur mit separat gearbeitetem Geschlechtsteil geführt. Darstellungen nackter Männer sind jedoch in frühislamischer Zeit nicht üblich. Gefunden im östlichen Teil des großen Hofes.
Große Statuen von Frauen, Männern und Tieren gehörten zur Ausstattung des Wüstenschlosses von Mschatta. Bis heute sind die Fragmente von über 20 Statuen im sogenannten Thronsaal sowie in der Säulenhalle im Eingangsbereich entdeckt worden. Eine derartige Ausstattung ist auch aus den zentralen Bereichen anderer umaiyadischer Paläste bekannt, wo große Skulpturen aus Stuck nachgewiesen werden konnten. Sie zeigen, dass in frühislamischer Zeit im weltlichen Umfeld der Kalifenpaläste das sogenannte Bilderverbot des Islam keine spezielle Beachtung fand.
Das Statuenfragment gelangte 1903 zusammen mit der Palastfassade als Geschenk des osmanischen Sultans an Kaiser Wilhelm II. nach Berlin.

Last updated: 04.03.2026

Contact

Institution:

Museum für Islamische Kunst

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