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Kaiser Dschahangir und der Thronfolger Prinz Khurram bei der Versammlung zum Fastenbrechens- oder Opferfest an einem islamischen Festplatz

Ident. Nr.: I. 4596 fol. 13 r

ObjID: obj:1525405

Details (expert)

Date(s)
1615-1625
Datierung engl.: 1615-1625
Dynastie: Moguln
Dynastie - engl.: Mughals
Additional titles
Collection title: Kaiser Dschahangir und der Thronfolger Prinz Khurram bei der Versammlung zum Fastenbrechens- oder Opferfest an einem islamischen Festplatz
Translation: Emperor Jahangir and his heir apparent, Prince Khurram, at the gathering for the Festival of the Breaking of the Fast or the Feast of the Sacrifice at an Islamic festival ground
Geographical references
Herkunft (Allgemein): Indien,
Land
Dimensions
Höhe: 50 cm Blattmaß
Breite: 36,5 cm Blattmaß
Höhe: Passepartout_Maß 64,5 cm
Breite: Passepartout_Maß 50 cm

Object Description

Aus einer leichten Vogelschau fällt der Blick auf ein ummauertes Festtagsgelände, die rote (Ziegel-)Mauer mit Blendarkaden hat ein eingezogenes, tiefes Portal aus gelblichem Stein (?) mit dunkler Wandfarbe. Innen ist eine lange weiße Mauer mit von der Bordüre überschnittener Tür oder Nische und dreistufiger Kanzel. Vor diesem Teil ist auf Holzpfählen – von denen vier sichtbar sind – ein schweres, kostbares Zeltdach für Kaiser Dschahangir (1605 – 1627) gespannt. Sicher sitzt er in der Nähe der Gebetsnische, die entweder falsch rechts von der Kanzel als dunkle Öffnung oder gar nicht dargestellt ist. Der Boden vor Wand und Kanzel ist mit Reihengebetsteppichen ausgelegt, Kaiser und Kronprinz sitzen auf eigenen kleineren Gebetsteppichen auf einem rot-violetten Podest, das mit einem großen Nischen-Teppich mit golden dargestelltem Rankenwerk bedeckt ist, auf einem weiteren riesigen dunkelgrundigen Medaillonteppich mit hellblauer Bordüre sitzt die Festgemeinde mit sorgfältig charakterisierten Porträtköpfen, einige halten Objekte – ein großes Album, etwas in kostbaren Brokatstoff Eingewickeltes. Das gleiche gilt für fast alle andern Personen, wie die drei vor der Öffnung oder Nische sitzenden Derwische und die Höflinge vorn bei dem Zeremonienmeister mit Stab. Vor dem Tor sammeln sich Personen für den anschließenden Festumzug, zwei reich geschmückte Elefanten bringen Fahnenträger und Musikanten, wobei die Pauke sichtbar ist.
Kaiser Dschahangir und der Kronprinz sind mit Strahlennimbus ausgezeichnet, zahlreiche Höflinge und Ehrengäste sitzen ohne Gebetshaltung, der dargestellte Moment ist während der Predigt eines grün gewandeten Scheichs auf der Kanzel, bzw. wegen des geöffneten Mundes des Turbanträgers hinter ihm vielleicht gerade bei einer Rezitation. Andere hinter ihm tragen Textilien – vielleicht als Geschenke für den Kaiser, und ein Diener eine große Schale dunkler Früchte, die nach von Gladiß als Weintrauben ein Monatsdatum des Festes erlauben – das „kleine“ Fest des Fastenbrechens fiel nur 1615-17 in die Herbstmonate der Weinernte, das „große“ Opferfest wäre einige Jahre später zu dieser Jahreszeit. Jeder kann sich wie zur Dokumentation als Geladener zu diesem Fest erkennen.
Gemalt sicher unter Beteiligung großer Meister des Hofateliers, wie z.B. Govardhan bei den Blättern, die später zu neuen Alben zusammengefügt wurden, wie das sog. „Minto-Album“ und sein Umkreis, heute aufbewahrt in Dublin und London.
Um das Bild sind mehrere Streifen mit der Bordürenmalerei aufgeklebt, eine hellrote Hauptbordüre mit silberner Wellenranke mit Blättern und Blüten in Gold- und Silbermalerei und gelungener Ecklösung, gesäumt von schwarzgrundigen Nebenbordüren mit feiner silberner Wellenranke und abwechselndem Blatt- und Blütenbesatz.
Marginale Beischrift, „az Ǧahāngīr pādšāh maǧlis-i `īdgāh“ (Kaiser Dschahangir bei einer Versammlung zum Fastenbrechen).

Last updated: 20.03.2026

Contact

Institution:

Museum für Islamische Kunst

Additional items from the collections

Formgeblasener Kasten aus farblosem Glas mit geschnittenem und geschliffenem Dekor; außerdem zwei Scharnieren und einem unvollständigen Verschluss aus Kupferlegierung. In den Deckel des Kastens sind konzentrische Kreise eingeschliffen, in deren Mitte jeweils die Scharniere befestigt sind. Zwischen den beiden Kreisen befindet sich ein abgetreppter länglich-ovaler Dekor, in dem die winzige Bohrung für den jetzt verlorenen Verschluss sichtbar ist. Auf der Unterseite ist das länglich-ovale Muster viermal wiederholt, außen breiter und innen schmaler gearbeitet. Vorne in der Mitte befindet sich der Beschlag mit einem kleinen Stift für den (verlorenen) Verschluss. Der Kasten wurde als flaschenähnliches Gebilde in eine Form geblasen und anschließend in zwei gleiche Hälften geschnitten. Dabei entstanden vor allem innen zahlreiche kleine Ausbrüche und Absplitterungen. Die beiden Schmalseiten, also ursprünglich die »Böden«, zeigen Reste der abgearbeiteten Heftnarben. An der Unterseite sind leichte Kratz- und Gebrauchsspuren.Das Stück ist im Stil der üblichen Schreibkästen gearbeitet. Allerdings gelangten solche Kästen als Reliquienbehältnisse nach Europa, wie ein ähnlich dekorierter Kasten im Dom von Capua (Italien) zeigt. Das klare, farblose Glas imitiert den kostbareren Bergkristall, der sich zur Zeit der Fatimidenherrschaft in Ägypten größter Beliebtheit erfreute. Die ursprüngliche Funktion des Stückes ist unbekannt, obwohl sich etliche, meist kleinere Kästen erhalten haben, allerdings ohne Inhalt.

Vollständig erhaltener Kasten aus Elfenbein. Der rechteckige Kasten mit pultförmigem Deckel weist einen Kern aus Holzplatten auf, der ursprünglich wohl mit einem Textil ausgeschlagen wurde. Die Außenseite, die aus Elfenbeinplatten besteht, ist mit grüner, brauner und goldener Malerei verziert, die schwarz konturiert ist. Zu erkennen sind auf der Vorderseite zwei Medaillons mit jeweils einem Rankensystem gefüllt, die von Vögeln flankiert werden, darunter Wiedehopfe und Pfauen sowie Jagdhunde, die ein Rankenmotiv im Zentrum erfassen. Die Rückseite weist drei Medaillons auf, wobei das mittlere Medaillon mit einer stilisierten Löwendarstellung gefüllt und ebenfalls von Vögeln flankiert ist, während die beiden anderen Medaillons Rankenmotive zeigen. Die Schmalseiten sind identisch. Wiedergegeben ist eine Harfenspielerin in einem Medaillon, ebenfalls von Vögeln umgeben. Der schmale Rand des Deckels ist frontal mit einer Inschrift im Kufi-Duktus verziert und geht in Vogel- und vegetabile Motive über. Der Dekor an den Schrägseiten des Deckels weist ebenfalls Medaillons auf, die Rankenwerke und Gazellen zeigen, die wiederum teils von Vögeln, teils von Jagdhunden flankiert werden. Die Deckeloberseite wird von zwei stilisierten Löwen, jeweils in einem Medaillon und von Vögeln umgeben verziert. Die Messingscharniere sind lanzenförmig und vergoldet. An der Oberseite ist ein vergoldeter Griff befestigt, während an der Vorderseite ein Schloss mittig angebracht ist. Dieser Kasten gehört zu einer Gruppe von größeren und kleineren Kästen (vgl. I. 586, K 3103), die womöglich in Sizilien oder Süditalien hergestellt wurden, wobei ähnliche Kästen auch aus Spanien bekannt sind. Sie sind in Kirchenschätzen als Reliquienbehälter verwendet worden, aber wahrscheinlich auch als diplomatische Geschenke. Die Auftraggeber für solche Objekte stammten vermutlich aus dem höfischen Milieu.