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Heiliger mit Löwinnen

Ident. Nr.: I. 4596 fol. 4 v

ObjID: obj:1525671

Details (expert)

Date(s)
Ende 16. Jahrhundert
Datierung engl.: end of the 16th century
Dynastie: Moguln
Dynastie - engl.: Mughals
Additional titles
Collection title: Heiliger mit Löwinnen
Translation: A saint with lionesses
Geographical references
Herkunft (Allgemein): Indien,
Land
Dimensions
Höhe: 30 cm
Breite: 22,3 cm

Object Description

Vor einer den Mittelgrund des Bildes einkreisenden hügeligen Landschaft und einer sich dahinter in tiefe Weiten erstreckenden Ebene unter streifigen Wolken erhebt sich unmittelbar vor dem Betrachter auf dunkelgrüner Vegetation die Besuchsszene einer Frau bei einem Heiligen. Dieser sitzt auf einem flach ausgebreiteten Tigerfell, es wirkt eher schwebend als auf dem Boden ausgebreitet; er ist wohlgenährt, mit Hosenbund, transparentem Unterhemd und langem Schal üppig gekleidet, langlockig und spitzbärtig und schaut den Betrachter aus halb geöffneten Augen an. Rosenkranz und Halskette sowie eine doppelhenklige Vase aus edlem Material zeugen von fürstlichem Ansehen seines Ranges. Zwei Löwinnen und ein im Hauptstamm gekappter Baum trennen ihn von der Welt, und die Besucherin wagt sich nur halb und am Rande aus einer Senke kurz unterhalb seiner Ebene. Sie trägt ebenfalls reiche weite Kleidung, etwas Schmuck und ist mit Rosenkranz und Haardutt wohl selbst eine Heilige. Haltung und Kleidung beider werden als untypisch für indische Darstellungen bezeichnet, die Körperlichkeit der Hauptpersonen und des Löwen sowie die Landschaftsperspektive lassen europäische Anregungen vermuten, doch sind bisher keine genauen Entsprechungen namhaft gemacht.
Auffallend sind die Szenen im oberen Mittelgrund – neben zwei kämpfenden Elefanten sind sechs ungewöhnliche Gebäude, teils verdeckt, lose in die Hügelformationen eingefügt. Bei dem ersten, verschlossenen links streiten sich zwei Männer, und eine Hindu-Frau mit Haarschleier geht vorüber, aber in dreien der weiteren Gebäude ist am Eingang bzw. in einer Fensternische je ein Mann mit buntem Turban sichtbar, einer liest oder trinkt, ein anderer trinkt sicher. Die Architektur sieht aber nach Mausoleen aus, und es könnte sich um eine Heiligengrab-Allee eher als um „Kneipen“ handeln, vielleicht sufischer Richtung.
Der silbrige Bachstreifen am unteren Rand mit winzigen Wasservögeln könnte angesetzt sein.
Die Marginalornamente zeigen eine feine silberne Wellenranke mit goldenen und silbernen Kompositblüten oben und unten sowie seitlich eher gleichförmigen Blüten in Goldmalerei.

Last updated: 03.03.2026

Contact

Institution:

Museum für Islamische Kunst

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