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Damenschuhe mit Schlitzwirkerei

Ident. Nr.: 2003,KR 1184 a,b

ObjID: obj:1970535

Details (expert)

Creator/Entity
Martin Kamer (1943–2024),
Vorbesitzer*in
Date(s)
Datierung: um 1870
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: Frankreich
Dimensions
Länge: 21,5 cm
Höhe: 10 cm

Object Description

Schlitzweberei mit einem mehrfarbigen floralen Motiv bilden das interessante Obermaterial dieses Schuhs. Vorderkappe und Seitenteile sind in einem geschnitten und nur durch die Fersennaht verbunden. Der mäßig weite Ausschnitt ist mit einem in Fältchen gelegten Seidenband besetzt, in dessen Mitte eine goldfarbene Metallitze verläuft, die in der Ristmitte zu einer kleinen Schleife gebunden ist. Der mittelhohe, eingezogene Absatz ist mit schwarzem Seidensatin bezogen. ChrW

Last updated: 02.11.2026

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Die wie lavierend nur flüchtig angedeutete Flusslandschaft bildet die Folie für die scharf konturierte Figurengruppe mit dem Früchte beladenen Baum im Zentrum. An seinem Stamm windet sich die Schlange empor. Sie fixiert lauernd-verschlagen Eva, die Adam den Apfel reicht und ihn zum Übertreten des Verbots auffordert.Die Darstellung folgt einem Holzschnitt Hans Sebald Behams aus den „Biblischen Historien“, die 1533, ein Jahr nach seiner Übersiedelung nach Frankfurt, von dem dort ansässigen Verleger Christian Egenolf gedruckt wurde. Die Zeichnung ist in flüssigen Linien, die Modellierung weich und malerisch in zarten, gelegentlich durch Schraffuren akzentuierten Halbtönen angelegt, die, gestupft oder breit mit dem Pinsel aufgetragen, die Oberflächenbeschaffenheit der Materialien nachahmen. Die Souveränität des Glasmalers zeigt sich nicht zuletzt daran, dass er anders als der Holzschnitt mit dem beredten Austausch der Blicke und Gesten auch die Dramatik des Handlungsmoments zum Ausdruck bringt. Adams Scham verbirgt er zudem unter einem Feigenblatt.Die kongeniale Umsetzung der Vorlage ist am ehesten Augustin Hirsvogel (1503–1553) zuzutrauen, dem jüngsten Sohn des 1525 verstorbenen Nürnberger Stadtglasers Veit Hirsvogel d. Ä. Für diese Annahme sprechen beispielsweise die spezifische Gestaltung etwa der Laubkronen mit einzeln abstehenden trockenen Ästen oder des knorrigen Baumstamms mit Astlöchern und rissiger Rinde, die genauso auf den Zeichnungen und Stichen Augustins begegnen. Die kleine Rundscheibe müsste er noch in seiner Nürnberger Zeit kurz nach Erscheinen der Holzschnitte ausgeführt haben. CVMA 98781