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Oiseau, étoile-filante et paysage

Ident. Nr.: B UHP 114/13

ObjID: obj:2457986

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (expert)

Creator/Entity
Joan Miró (1893 - 1983),
Künstler*in
Date(s)
Herstellung: 1935
Additional titles
Collection title: Oiseau, étoile-filante et paysage
Vogel, Sternschnuppe und Landschaft
Translation: Bird, Shooting Star, and Landscape
Provenance
Kauf (?): Pierre Matisse Gallery,
vermutlich 1935-1937
Kauf (?): Douglas Cooper, London,
1937-1946
Kauf: Mayor Gallery, London,
ab 1946
Erwerbungsart ungeklärt: Perls Galleries,
ohne Datum
Erwerbungsart ungeklärt: Galerie d'Art Moderne,
ohne Datum
Erwerbungsart ungeklärt: Privatsammlung,
vermutlich um 1973-1998
Erwerbungsart ungeklärt: Ulla und Heiner Pietzsch,
1998-2010
Material / Technique
Gouache auf Papier
Dimensions
Höhe x Breite: 36,5 x 30 cm
Acquisition
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Object Description

Das Blatt gehört zu einer etwa fünfzig Arbeiten umfassenden Gruppe von Tuschzeichnungen auf farbig lasiertem Grund (WVZ Dupin 2008, 490–537), zu der auch „Sitzende Frau“ (Nationalgalerie, Schenkung Pietzsch) zählt. Innerhalb dieser Gruppe scheint sich die Motivik vom rauchenden Bauern und der sitzenden Bäuerin hin zum Gegensatz von Vogel und Sternschnuppe beziehungsweise der schwarzen geometrischen Formen (Viereck, Dreieck, Kreis) und dem amorphen Farbraum zu verschoben zu haben, wobei alle Motive im Grunde dasselbe Thema durchspielen: die fruchtbare Begegnung antagonistischer Gegensätze, die so abstrakt und doch anspielungsreich formuliert ist, dass sie sich sexuell, psychisch, sozial oder kosmisch lesen lässt. Zwischen dem etwas verkantet vor dem himmelblauen Grund schwebenden Viereck (die Assoziation zu Kasimir Malewitschs „suprematistischem“ schwarzen Quadrat [unter anderem in der Tretjakow-Galerie, Moskau] ist naheliegend) und dem kindlich schematisierten Vogel vor erdbraunem Grund darunter (!) vermitteln die balkenartigen schwarzen „Federn“. Wie Sprossen einer Leiter – ein wichtiges Motiv Mirós – führen sie zum gelben Farbklecks, den eine phallusartige Umrandung mit Ejakulations-Chiffre auch als „Sternschnuppe“ erkennen lässt. Der Klecks ist gewissermaßen eine Spur des kreativen Funkens, der in der Vereinigung des paradox schweren und zugleich schwebenden, dominanten Quadrats und der leichten, aber erdverbundenen, wie ängstlich aus dem Bild gewandten Kreatur (in anderen Blättern nimmt eine Frau die Position des Vogels ein) aufleuchtet. | Oliver Seifert

Last updated: 04.08.2026

Contact

Institution:

Neue Nationalgalerie

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