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Anthropomorpher Sargedeckel des Padibastet

Ident. Nr.: ÄM 15896

ObjID: obj:595725

Details (expert)

Creator/Entity
Otto Rubensohn (24.11.1867 - 9.8.1964),
Grabungsleiter*in
Date(s)
3. Zwischenzeit
22. bis Anfang 25. Dynastie
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 13 x 61,5 x 196,5 cm

Object Description

Der flache, anthropomorphe Sargdeckel des Padibastet wurde 1902 bei einer Grabung der Königlichen Museen zu Berlin in der Nekropole von Abusir el-Meleq gefunden. Der Sargdeckel ist mumienförmig gestaltet. Der Fußbereich wurde nicht ausgeformt. Lediglich eine leistenartige Rahmung entlang der Kanten bildet die Seiten und Unterseite des brettartig wirkenden Sargdeckels, zu dem ursprünglich eine sehr tiefe Wanne gehörte.
Eine proportional sehr breite, blaue Perücke mit einem geflügelten Kopfschmuck und Verzierungen in Form von Blütenblättern an den Perückenrändern umrahmt das kleine, grün bemalte Gesicht. Rosettenmuster verzieren den Bereich zwischen den beiden Perückensträhnen. Anstelle eines Halskragens, liegen lediglich Darstellungen in zwei Registern vor, sowie Abschlussstücke in Gestalt von mit Sonnenscheiben gekrönten Falkenköpfen an den Schultern. Unterhalb der Falkenköpfe waren zu beiden Seiten jeweils vier mumiengestaltige Figuren vor einem Opferständer zu sehen. Leider lassen sich ihre genauen Ausgestaltungen aufgrund des Erhaltungszustandes nicht mehr bestimmen. Im darunter befindlichen Register thront in der Mitte der Gott Osiris vor einem Opfertisch. Hinter ihm stehen ein falkenköpfiger Gott und zwei menschengestaltige Göttinnen, die jeweils ein Zepter und ein Anch-Zeichen in den Händen halten. Vor Osiris führt der ibisköpfige Thot den Verstorbenen zu ihm, gefolgt von einer Göttin mit Stoff und Anch-Zeichen in ihren Händen sowie einem großen West-Zeichen. Im Gegensatz zu dem feingliedrig geschmückten Kopfbereich des Sargdeckels ist die Körperpartie des mumienförmigen Sargdeckels schlicht dekoriert. Unterhalb des Registers mit dem thronenden Osiris verläuft als einziges Schmuckelement der Körperpartie eine vertikale Inschriftenzeile mit einer an Anubis gerichteten Opferformel für den Verstorbenen namens Padibastet. Die Flächen, die die mittige Inschrift flankieren, bleiben ungrundiert und unbemalt.
Der Typus eines flachen Sargdeckels mit breiter Perücke, kleinem Gesicht und ohne den ausgeformten Fußbereich, der in Kombination mit einer tiefen Wanne auftritt, entspricht der charakteristischen Gestaltung von Särgen, die in der dritten Zwischenzeit im Norden Ägyptens entstanden sind. Auch das Dekorationsschema ist typisch für den sogenannten „northern style“, der sich wahrscheinlich aufgrund der politischen Division im Norden Ägyptens entwickelte und einige unterschiedliche Charakteristika zu den Särgen des Südens aufweist.
(I. Liao)

Last updated: 30.07.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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